Doppelboden vs. Hohlraum (Bei Euch – Folge 47 – 8.8.2020)

Worte schaffen Wirklichkeiten. Das ist nicht nur für Glaubende eine grundlegende Erkenntnis, die bekennen, dass Gott durch sein Wort schafft; die kommunikationstheoretische Entdeckung der performativen Macht menschlicher Sprache gilt auch für jene, die sich mit dem Glauben an einen göttlichen Schöpfer schwer tun. Ganz alltäglich ist vielen die Erfahrung digitaler „Shitstorms“ oder „Flauschs“ geläufig, die entweder persönliches Unbehagen oder euphorische Wohligkeit bewirken. Worte sind mächtig. Der Verlust um das Bewusstsein um die Vielschichtigkeit menschlicher Sprache und der Fähigkeit, Ironie, Methaphorik oder Polemik zu verstehen, ist ein erschreckendes Phänomen der Gegenwart.

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Worte schaffen Wirklichkeiten. Das ist nicht nur für Glaubende eine grundlegende Erkenntnis, die bekennen, dass Gott durch sein Wort schafft; die kommunikationstheoretische Entdeckung der performativen Macht menschlicher Sprache gilt auch für jene, die sich mit dem Glauben an einen göttlichen Schöpfer schwer tun. Ganz alltäglich ist vielen die Erfahrung digitaler „Shitstorms“ oder „Flauschs“ geläufig, die entweder persönliches Unbehagen oder euphorische Wohligkeit bewirken. Worte sind mächtig. Sie können heilen oder verletzen. Jemandem das Wort zu verbieten gehört deshalb zu allen Zeiten zu den Verfahrensweisen totalitärer Systeme, die zur Sicherung ihrer Macht nicht nur Bücher verbrennen, sondern auch Andersdenkende mundtot machen wollen. Diese Gefahr ist alles andere als gebannt. Immer wieder wird auch in der Gegenwart der Kampf nicht mehr mit Argumenten, sondern mit Befindlichkeiten ausgetragen. Es geht meist nicht mehr um die Sache, sondern um Personen. Meist beginnt es mit dem Verlust des Verständnisses für die Vieldeutigkeit und -schichtigkeit menschlicher Sprache. Ironie, Metaphern, Polemik werden nicht mehr verstanden. Was bleibt, sind oberflächliche Phrasen der Belanglosigkeit. Eine Entwicklung, vor der auch Verkünderinnen und Verkünder der frohen Botschaft nicht gefeit sind.

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Gretchens Graben (Bei Euch – Folge 46 – 1.8.2020)

Die Debattenkultur gerät zunehmend in die Krise. Das Tucholsky-Paradigma, Satire dürfe alles, wird etwa gerne bemüht, wenn es der eigenen Sicht der Dinge entspricht. Oft genug aber rufen dieselben Leute, die die Allzuständigkeit der Satire bemühen, gegenwärtig zur Löschung von Beiträgen auf, wenn die Satire nicht im eigenen Sinn ist. Auf diese Weise stirbt jede lösungsorientierte Kommunikation. Da man nach einer Erkenntnis Paul Watzlawicks nicht nicht kommunizieren kann, sind die Wirkungen auf Strategien zur Konfliktbewältigung in der Gegenwart fatal. Sie gleicht in Kirche wie in der Gesellschaft zunehmen einer Kultur kommunikativer Schützengräben, einem rhetorischen Stellungskampf, der zwar hohe Verluste fordert, aber keinerlei Fortschritt bringt. Es ist längst an der Zeit, etwas zu ändern. Statt Teil des Problems zu bleiben, sollte eine Besinnung auf die Suche nach Lösungen Raum greifen.

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Die Debattenkultur gerät zunehmend in die Krise. Das Tucholsky-Paradigma, Satire dürfe alles, wird etwa gerne bemüht, wenn es der eigenen Sicht der Dinge entspricht. Oft genug aber rufen dieselben Leute, die die Allzuständigkeit der Satire bemühen, gegenwärtig zur Löschung von Beiträgen auf, wenn die Satire nicht im eigenen Sinn ist. Auf diese Weise stirbt jede lösungsorientierte Kommunikation. Da man nach einer Erkenntnis Paul Watzlawicks nicht nicht kommunizieren kann, sind die Wirkungen auf Strategien zur Konfliktbewältigung in der Gegenwart fatal. Sie gleicht in Kirche wie in der Gesellschaft zunehmen einer Kultur kommunikativer Schützengräben, einem rhetorischen Stellungskampf, der zwar hohe Verluste fordert, aber keinerlei Fortschritt bringt. Es ist längst an der Zeit, etwas zu ändern. Statt Teil des Problems zu bleiben, sollte eine Besinnung auf die Suche nach Lösungen Raum greifen.

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Elefantenreiten (Bei Euch – Folge 45 – 25.7.2020)

Reiz und Reaktion bestimmen auch das menschliche Handeln immer wieder. Das ist nur zu verständlich, weil gefährliche Situationen schnelles Handeln erfordern. Das hat das Überleben der Menschheit gesichert. Die korrekte biologische Einordnung des Säbelzahntigers in der Savanne kann das Leben kosten; die Fluchtreaktion auf den visuellen Reiz hingegen Leben retten. Solcherart Vorurteile haben also durchaus ihre evolutionäre Berechtigung. Für den Menschen als kulturelles Wesen hingegen birgt sie aber auch Gefahren, wenn in einer zunehmend globalisierten Welt alles Fremde automatisch, weil es unbekannt ist, mit Gefahr verbunden wird und auf den Reiz hin die Reaktion einer universellen Abwehr folgt. Der Mensch zeichnet sich nun aber insbesondere dadurch aus, dass er seine Reaktionen bewusst setzen kann. Es wäre also notwendig, den Reaktionselefanten reitend zu zähmen.

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Reiz und Reaktion bestimmen auch das menschliche Handeln immer wieder. Das ist nur zu verständlich, weil gefährliche Situationen schnelles Handeln erfordern. Das hat das Überleben der Menschheit gesichert. Die korrekte biologische Einordnung des Säbelzahntigers in der Savanne kann das Leben kosten; die Fluchtreaktion auf den visuellen Reiz hingegen Leben retten. Solcherart Vorurteile haben also durchaus ihre evolutionäre Berechtigung. Für den Menschen als kulturelles Wesen hingegen birgt sie aber auch Gefahren, wenn in einer zunehmend globalisierten Welt alles Fremde automatisch, weil es unbekannt ist, mit Gefahr verbunden wird und auf den Reiz hin die Reaktion einer universellen Abwehr folgt. Der Mensch zeichnet sich nun aber insbesondere dadurch aus, dass er seine Reaktionen bewusst setzen kann. Es wäre also notwendig, den Reaktionselefanten reitend zu zähmen – oder dem Rat der neutestamentlichen Jakobusepistel zu folgen, in der es heißt:

„Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; 20 denn der Zorn eines Mannes schafft keine Gerechtigkeit vor Gott.“ (Jakobus 1,19)

Wie sehr solche Besinnung notwendig wäre, zeigen auch die Themen dieser Folge, in der es (noch einmal) ebenso um die türkische Symbolpolititk geht, wenn die Hagia Sophia wieder als Moschee genutzt wird, wie die Problematik von Rassismus, der besser Kulturalismus genannt würde, die Fragen, die sich im Zusammenhang polizeilicher Vorgehensweisen stellen, den Harper-Letter und das Liberalismus-Thema und natürlich die aktualle vatikanische Instruktion der Kleruskongregation „zur pastoralen Umkehr der Gemeinden“.

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Wolfszeiten (Bei Euch – Folge 44 – 18.7.2020)

Die Wölfe sind wieder da. Als biologische Spezies wandern sie schon seit längerer Zeit von Ost- nach Mitteleuropa ein. Selbst am Niederrhein hat man schon Exemplare gesichtet. Dabei löst die Anwesenheit des Wolfes ambivalente Gefühle aus. Die einen sind fasziniert von der Schönheit des Tieres und seiner Lebensweise, die sie schützen wollen; andere sehen in ihm einen Jäger, der die Schwäche anderer Wesen ausnutzt – und im Zweifel wohl auch vor Menschen nicht halt mach. In der Bibel steht der Wolf meist für Gefahr. Der berühmte „Wolf im Schafspelz“ (vgl. Matthäus 7,15) steht im Mund Jesu für die falschen und gefählichen Propheten. Andererseits zeichnet sich das Paradies dadurch aus, dass der Wolf durch das Lamm beschützt wird. Auch Zeichenhandlungen sind oft ambivalent – ebenso wie das Bestreben der türkischen Regierung, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen.

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Die Wölfe sind wieder da. Als biologische Spezies wandern sie schon seit längerer Zeit von Ost- nach Mitteleuropa ein. Selbst am Niederrhein hat man schon Exemplare gesichtet. Dabei löst die Anwesenheit des Wolfes ambivalente Gefühle aus. Die einen sind fasziniert von der Schönheit des Tieres und seiner Lebensweise, die sie schützen wollen; andere sehen in ihm einen Jäger, der die Schwäche anderer Wesen ausnutzt – und im Zweifel wohl auch vor Menschen nicht halt mach. In der Bibel steht der Wolf meist für Gefahr. Der berühmte „Wolf im Schafspelz“ (vgl. Matthäus 7,15) steht im Mund Jesu für die falschen und gefählichen Propheten. Andererseits zeichnet sich das Paradies dadurch aus, dass der Wolf durch das Lamm beschützt wird.

Ob die, die gerne den Wolfsgruß entrichten, um die zerbrechliche Verheißung dieses Symbols natürlicher Stärke wissen? Es ist kaum ein Zufall, dass der Wolfsgruß fatal dem Schweigefuchs gleicht, mit dem erzieherisches Personal in Tageseinrichtungen für Kinder zur Ruhe mahnen. So sind Zeichenhandlungen oft ambivalent – ebenso wie das Bestreben der türkischen Regierung, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen. Unter welchen Zeichen wird dort gebetet werden? Ist dieser Entschluss von heiliger Weisheit, von „hagia sophia“ geprägt? Die wechselhafte Geschichte dieses Gebäudes hat es zu einem Weltkulturerbe werden lassen, das alle Menschen zu heiliger Weisheit mahnt – ob sie nun glauben oder nicht. In der Türkei wird da gerade eine Chance vertan …

Gefühlte Wahrheiten (Bei Euch – Folge 43 – 11.7.2020)

Emotion geht vor Information. Wenn Argumente fehlen, übernehmen Gefühle die Herrschaft. Das ist in der Welt genauso der Fall wie in der Kirche. Die Emotionalisierung treibt derweil hier wie dort seltsame Früchte. Dabei sind Gefühle, was sie sind: Eine innere Wahrnehmung von subjektivem Wert.

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Gefühlte Wahrheiten

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Emotion geht vor Information. Wenn Argumente fehlen, übernehmen Gefühle die Herrschaft. Das ist in der Welt genauso der Fall wie in der Kirche. Die Emotionalisierung treibt derweil hier wie dort seltsame Früchte. In der Gesellschaft wird die Kritik an einem Stück Stoff, das als Mund-Nasen-Schutz getragen der Eindämmung einer Virus-Pandemie entgegenwirkt, zum Symbol freiheitskämpferischen Widerstands – wobei sich manch ein selbst ernannter Querdenker bei näherem Hinsehen eher als egomanischer und infantiler Querulant enttarnt; in der Kirche wird Kritik gerne mit dem Verweis auf verletzte religiöse Gefühle begegnet. Dabei sind Gefühle, was sie sind: Eine innere Wahrnehmung von subjektivem Wert, die – wie etwa ein Schmerz – eine Verletzung signalisiert, die einer Behandlung bedarf. Verletzte Gefühle weisen also auf eine Störung hin, die entweder von außen oder von innen kommt. Deshalb sind verletzte Gefühle Symptome, aber eben keine Argumente. Dabei könnte die Symptomatik durchaus auch auf ein innen liegendes Problem verweisen. Wer dieser Wahrheit auf die Spur kommen will, muss sich also einer Diagnostik und gegebenenfalls einer Therapie unterziehen. Wahrheiten kann man eben nicht fühlen, sondern glauben und wissen!

Der Segen des Zweifels (Bei Euch – Folge 42 – 3.7.2020)

Ohne Zweifel kann der Glaube nicht wachsen. Das mag manche Fromme verwundern, die in vermeintlicher Glaubenstreue zweifellos über jeden Zweifel erhaben sein wollen. Gerade der Zweifel aber bewahrt vor einer trügerischen Sicherheit, drängt er doch zu immer tieferer Reflexion. Ohne solche Reflexionen wäre es nie möglich gewesen, Kathedralen zu bauen, die Generationen und Jahrhunderte überdauern und heute noch von einer geistigen und geistlichen Schaffenskraft zeugen, die heutzutage ihresgleichen sucht. Das liegt mitunter nicht zuletzt an falschen Selbstsicherheiten, deren Entlarvung nicht etwa in Selbstreflexion führt, sondern in zurückgezogene Orte vermeintlicher Sicherheit.

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Vom Segen des Zweifels

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Ohne Zweifel kann der Glaube nicht wachsen. Das mag manche Fromme verwundern, die in vermeintlicher Glaubenstreue zweifellos über jeden Zweifel erhaben sein wollen. Gerade der Zweifel aber bewahrt vor einer trügerischen Sicherheit, drängt er doch zu immer tieferer Reflexion. Ohne solche Reflexionen wäre es nie möglich gewesen, Kathedralen zu bauen, die Generationen und Jahrhunderte überdauern und heute noch von einer geistigen und geistlichen Schaffenskraft zeugen, die heutzutage ihresgleichen sucht. Das liegt mitunter nicht zuletzt an falschen Selbstsicherheiten, deren Entlarvung nicht etwa in Selbstreflexion führt, sondern in zurückgezogene Orte vermeintlicher Sicherheit. Das gilt auch für eine Kirche, die nur zu gerne eine Systemrelevanz beansprucht, wo ihr Auftrag von Natur aus systemkritisch sein müsste. Ob das der Grund ist, warum sie ihre Berufung, die Menschen zu Gott zu führen, derzeit zu verfehlen scheint, wie die große Zahl von Kirchenaustritten vermuten lässt? Jetzt jedenfalls ist inmitten der Krise der Corona-Pandemie noch nicht der Zeitpunkt für vorschnelle Prognosen – wohl aber für das Sammeln von Erfahrungen, die man für eine gründliche Reflexion und Regnose brauchen wird, wenn die Zeit dafür reif ist.

Siebenschläfer – Wenn es bleibt, wie es ist (Bei Euch- Folge 41 – 27.6.2020)

Egal ob Ausschreitungen, mörderische Anschläger religiöser oder ideologischer Fanatiker oder die Kundgabe unliebsamer Entwicklungen – die Reaktion der Verantwortlichen ist meist phrasenhaft und von redundanter Betroffenheitslyrik geprägt. Dann wird von Alarmzeichen fabuliert und ein „Nie wieder“ beschworen; man bekennt sich auch gerne dazu jenen Anfängen zu wehren, die schon längst hinter einem liegen oder man sagt ganz einfach im Brustton der Überzeugung, das man nun verstanden habe. Das alles sind ewige Lippenbekenntnisse, die längst Herpes haben, weil ihnen nie Taten folgen. Die Siebenschläfer finden stete Nachahmer in Kirche und Gesellschaft – so dass alles bleibt, wie es ist, das aber mit verlässlicher Betroffenheit konstatiert wird. Das Vorbild ist fatal: Die Siebenschläfer überdauern Jahrhunderte in sicherem Schlaf, nur um dann doch kurz nach dem Erwachen zu sterben. Auch das ist ein Alarmzeichen. Was aber wird sich ändern, wenn jedes Sirenengeheul nur für einen Probealarm gehalten wird …

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Egal ob Ausschreitungen, mörderische Anschläger religiöser oder ideologischer Fanatiker oder die Kundgabe unliebsamer Entwicklungen – die Reaktion der Verantwortlichen ist meist phrasenhaft und von redundanter Betroffenheitslyrik geprägt. Dann wird von Alarmzeichen fabuliert und ein „Nie wieder“ beschworen; man bekennt sich auch gerne dazu jenen Anfängen zu wehren, die schon längst hinter einem liegen oder man sagt ganz einfach im Brustton der Überzeugung, das man nun verstanden habe. Das alles sind ewige Lippenbekenntnisse, die längst Herpes haben, weil ihnen nie Taten folgen. Die Siebenschläfer finden stete Nachahmer in Kirche und Gesellschaft – so dass alles bleibt, wie es ist, das aber mit verlässlicher Betroffenheit konstatiert wird. Das Vorbild ist fatal: Die Siebenschläfer überdauern Jahrhunderte in sicherem Schlaf, nur um dann doch kurz nach dem Erwachen zu sterben. Auch das ist ein Alarmzeichen. Was aber wird sich ändern, wenn jedes Sirenengeheul nur für einen Probealarm gehalten wird …

In dieser Folge: Ein Interview mit Giorgio Gianonne, dem Inhaber des Wuppertaler Eiscafés Giannone über die Herausforderungen eines Gastronomen in Zeiten der Corona-Pandemie, Gäste, die sich nicht an Hygienevorgaben halten und einschneidende Entscheidungen, die deshalb zu treffen sind.

Menetekel 27 (Bei Euch – Folge 40 – 20.6.2020)

Wer hoch fliegt, kann tief fallen. Was der gesunde Menschenverstand und die Weisheit des Volkes wissen, wird von jenen gerne übergangen, die sich selbst im Mittelpunkt selbstgeschaffener Welten wähnen. Das gilt für Fleischlieferanten wie für Jungpolitiker. Ein Großausbruch der Corona-Pandemie in einer einem Großschlachthof in Rheda-Wiedenbrück wirft die Frage auf, wie fahrlässig man als Betreiber wohl nach den Vorgängen in ähnlichen Betrieben wie in Coesfeld sein muss oder ob das Wohl von Mensch und Tier nicht dem persönlichen Gewinnstreben brutal untergeordnet wurde. Andererseits verirrt sich ein junger aufstrebender Politiker in den Irrungen und Wirrungen eigener Selbstüberschätzung. Es ist kein Wunder, dass es jungen Menschen an Erfahrung und Lebensweisheit fehlt. Schwierig wird es, wenn man dem Rat falscher Mentoren vertraut, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben.

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Wer hoch fliegt, kann tief fallen. Was der gesunde Menschenverstand und die Weisheit des Volkes wissen, wird von jenen gerne übergangen, die sich selbst im Mittelpunkt selbstgeschaffener Welten wähnen. Das gilt für Fleischlieferanten wie für Jungpolitiker. Ein Großausbruch der Corona-Pandemie in einer einem Großschlachthof in Rheda-Wiedenbrück wirft die Frage auf, wie fahrlässig man als Betreiber wohl nach den Vorgängen in ähnlichen Betrieben wie in Coesfeld sein muss oder ob das Wohl von Mensch und Tier nicht dem persönlichen Gewinnstreben brutal untergeordnet wurde. Andererseits verirrt sich ein junger aufstrebender Politiker in den Irrungen und Wirrungen eigener Selbstüberschätzung. Es ist kein Wunder, dass es jungen Menschen an Erfahrung und Lebensweisheit fehlt. Schwierig wird es, wenn man dem Rat falscher Mentoren vertraut, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben. So wird mancher der hoch fliegt, gewogen und doch für zu leicht befunden. Fehler zu machen ist dabei an sich nicht schlimm. Problematisch ist die Weigerung aus den Fehlern anderer oder der eigenen zu lernen. Hier könnte ein neuer Generationenvertrag helfen, ein Kreis von Jung und Alt, bei dem die Alten ihre Erfahrungen an die Jungen weitergeben, und die Erfindungs- und Forscherfreude gemeinsam mit dem Elan der Jungen auch den Alten neue Wege weist.

Splitter und Balken (Bei Euch – Folge 39 – 12.6.2020)

Den Splitter im Auge des Anderen zu sehen, den Balken im eigenen Auge zu übersehen, ist nicht nur menschlich, sondern bleibend aktuell. In modernem Gewand nimmt er die Form des „Whataboutism“ an – einer Strategie, mit der man ein unangenehmes Thema mehr oder weniger Geschickt auf ein anderes, meist niedrigeres Niveau ziehen möchte, in dem man sich dann auszukennen glaubt. Das Phänomen begegnet gegenwärtig wieder, wenn es um die Rassismus-Debatte geht, die durch den gewaltsamen Tod George Floyds ausgelöst wurde. Mal wird dann auf dessen kriminelle Vergangenheit verwiesen, mal auf seinen medizinischen Zustand, wieder ein anderes Mal wird behauptet, auch hellhäutige Menschen würden Opfer von Rassismus und schließlich gäbe es auch andere wichtige Themen. Alles stimmt – irgendwie; und gleichzeitig trägt es nichts zur Sache bei, dass in den USA ein unbewaffneter, gefesselter Mann schwarzer Hautfarbe, der sich ergeben hatte gewaltsam zu Tode kam. Welchen Balken und welches Brett muss man da vor dem Kopf haben, wenn man das übersieht. Manch einer, der sich da vermeintlich visionär gegen den „Mainstream“ stellt, entpuppt sich tatsächlich bloß als Geisterfahrer …

Bei Euch – Der Podcast der Katholischen Citykyirche Wuppertal (39)

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Den Splitter im Auge des Anderen zu sehen, den Balken im eigenen Auge zu übersehen, ist nicht nur menschlich, sondern bleibend aktuell. In modernem Gewand nimmt er die Form des „Whataboutism“ an – einer Strategie, mit der man ein unangenehmes Thema mehr oder weniger Geschickt auf ein anderes, meist niedrigeres Niveau ziehen möchte, in dem man sich dann auszukennen glaubt. Das Phänomen begegnet gegenwärtig wieder, wenn es um die Rassismus-Debatte geht, die durch den gewaltsamen Tod George Floyds ausgelöst wurde. Mal wird dann auf dessen kriminelle Vergangenheit verwiesen, mal auf seinen medizinischen Zustand, wieder ein anderes Mal wird behauptet, auch hellhäutige Menschen würden Opfer von Rassismus und schließlich gäbe es auch andere wichtige Themen. Alles stimmt – irgendwie; und gleichzeitig trägt es nichts zur Sache bei, dass in den USA ein unbewaffneter, gefesselter Mann schwarzer Hautfarbe, der sich ergeben hatte gewaltsam zu Tode kam. Welchen Balken und welches Brett muss man da vor dem Kopf haben, wenn man das übersieht. Manch einer, der sich da vermeintlich visionär gegen den „Mainstream“ stellt, entpuppt sich tatsächlich bloß als Geisterfahrer …

Terminhinweise:

  • Dei Verbum direkt, Die ersten Gefährten – Tierethik aus biblischer Perspektive, Dr. Till Magnus Steiner (Jerusalem) und Dr. Werner Kleine (Wuppertal) diskutieren live, 16.6.2020, 19 Uhr, www.kck42.de/live
  • Glaubensinformation zum Thema „Mit neuen Augen sehen und neuen Ohren hören – Die Bibel gegen den Strich gelesen“, Webinar mit Dr. Werner Kleine, 17.6.2020, 19.00 Uhr – www.kck42.de/webinar

Kains Mal – 6.6.2020

Gott ist überall. Und sein Name wird nur allzuoft missbraucht. Weshalb etwa hält der us-amerikanische Präsident eine Bibel für ein Fotoshooting hoch, nachdem er sich den Weg von der Polizei mit Tränengas freischießen ließ? Der Hintergrund liegt im Umgang mit dem Wort Gottes. In einer alten evangelikalen Tradition sah man in der dunklen Hautfarbe von Menschen das Kains-Mal – und damit einen gottgewollten Makel. Angesichts der Proteste, die durch den brutalen Tod George Floyds ausgelöst wurden, darf man diese Geste eines Präsidenten, der nicht zum ersten Mal durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, wohl kaum unterschätzen. Sie zeigt nicht nur, wie banal der Umgang mit dem Wort Gottes wird, wenn man biblizistisch vorgeht; sie wird sogar teuflisch, entpuppt sich der Satan selbst in der Versuchung Jesu doch durchaus als Schriftgelehrter. Auch die Auslegung des Wortes Gottes bedarf des kritischen Diskurses. Vor allem aber muss sei dem Leben dienen. Wenn Gottes Geist Lebensatem gibt, stehen die, die Lebensatem nehmen, immer gegen Gott.

Bei Euch – Der Audiopodcast der Katholischen Citykirche Wuppertal (Folge 38)

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Gott ist überall. Und sein Name wird nur allzuoft missbraucht. Weshalb etwa hält der us-amerikanische Präsident eine Bibel für ein Fotoshooting hoch, nachdem er sich den Weg von der Polizei mit Tränengas freischießen ließ? Der Hintergrund liegt im Umgang mit dem Wort Gottes. In einer alten evangelikalen Tradition sah man in der dunklen Hautfarbe von Menschen das Kains-Mal – und damit einen gottgewollten Makel. Angesichts der Proteste, die durch den brutalen Tod George Floyds ausgelöst wurden, darf man diese Geste eines Präsidenten, der nicht zum ersten Mal durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, wohl kaum unterschätzen. Sie zeigt nicht nur, wie banal der Umgang mit dem Wort Gottes wird, wenn man biblizistisch vorgeht; sie wird sogar teuflisch, entpuppt sich der Satan selbst in der Versuchung Jesu doch durchaus als Schriftgelehrter. Auch die Auslegung des Wortes Gottes bedarf des kritischen Diskurses. Vor allem aber muss sei dem Leben dienen. Wenn Gottes Geist Lebensatem gibt, stehen die, die Lebensatem nehmen, immer gegen Gott. Welche Rechtfertigung könnte da im göttlichen Gericht vorgetragen werden, von dem Paulus sagt:

„Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: Das Werk eines jeden wird offenbar werden; denn der Tag wird es sichtbar machen, weil er sich mit Feuer offenbart. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer prüfen. Hält das Werk stand, das er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch. Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr.“ (1 Korinther 3,11-17)

Feuerzunge im Weizenfeld. Berauschendes in dem, was Brot sein wird. Und der Himmel atmet offen. (Foto: Werner Kleine – CC BY-SA 3.0)