Audiatur et altera pars (Bei Euch – Folge 80 – 25.5.2021)

Konflikte lösen selbst bei denen, die nicht unmittelbar beteiligt sind, häufig den Reflex der Parteinahme aus. Das gilt für internationale Konflikte ebenso wie für Konflikte im unmittelbar zwischenmenschlichen Bereich. Dabei liegt eine Ursache für Konflikte häufig in der mangelnden Fähigkeit begründet, die Dinge aus einer anderen Perspektive, vor allem aus dem Blickwinkel der Gegner, zu betrachten. Deren Bedürfnisse, Sichtweisen oder Sehnsüchte werden so bekämpft, oft ohne, dass sie verstanden würden. Das alte Rechtsprinzip des „Audiatur et altera pars“ – Höre auch den anderen Teil! – könnte hier helfen; vor allem aber denen, die nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt sind und so möglicherweise als Vermittler auftreten könnten. Wer allerdings voreilig Partei nimmt, kann nicht mehr vermitteln – im Kleinen wie im Großen.

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Audiatur et altera pars (Bei Euch - Folge 80 - 25.5.2021)
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Konflikte lösen selbst bei denen, die nicht unmittelbar beteiligt sind, häufig den Reflex der Parteinahme aus. Das gilt für internationale Konflikte ebenso wie für Konflikte im unmittelbar zwischenmenschlichen Bereich. Dabei liegt eine Ursache für Konflikte häufig in der mangelnden Fähigkeit begründet, die Dinge aus einer anderen Perspektive, vor allem aus dem Blickwinkel der Gegner, zu betrachten. Deren Bedürfnisse, Sichtweisen oder Sehnsüchte werden so bekämpft, oft ohne, dass sie verstanden würden. Das alte Rechtsprinzip des „Audiatur et altera pars“ – Höre auch den anderen Teil! – könnte hier helfen; vor allem aber denen, die nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt sind und so möglicherweise als Vermittler auftreten könnten. Wer allerdings voreilig Partei nimmt, kann nicht mehr vermitteln – im Kleinen wie im Großen.

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2 Gedanken zu „Audiatur et altera pars (Bei Euch – Folge 80 – 25.5.2021)“

  1. Hallo, Herr Dr. Kleine,
    zu Ihrem Motto des heutigen Tages „audiatur et altera pars“ muss ich leider sagen: Wer kann dat schon?

    Aber was mich mehr interessiert, ist: Sie sprechen von einer überkommenen Rolle von Klerikern. Was meinen Sie damit?

    Beste Grüße Manfred Hornig, Gemeinde St. Josef u. Martin, Langenfeld

    1. Hallo Herr Hornig, sicher wird man sich nicht immer umfassend um eine andere Sicht bemühen können. Mag sein. Aber die grundsätzlich Haltung, dass man Dinge eben auch anders sehen kann, sollte vor vorzeitigen Schlüssen egal welcher Art bewahren – und wenn dann noch die Zeit ist, es wenigstens als Gedankenexperiment einmal zu versuchen … das wäre doch etwas ;-).
      Die überkommene Rolle von Klerikern sehe ich in einem Verständnis, das in ihnen a) die exklusiven Vermittler des Heils sieht und b) (daraus resultierend) die sogenannte ontologische Superiorität, als eine seinsmäßige Erhöhung ableitet. Die Kleriker verwalten die Sakramente und sind bevollmächtigt, diese zu spenden. Das ist völlig ok. Aber daraus eine Exklusivität abzuleiten in dem Sinne, dass nur durch den Empfang der Sakramente Heil möglich wird, scheint mir doch der biblischen Botschaft Jesu, der unvermitteltes Heil verkündet, zu widersprechen. Für manche ist es sicher wichtig, eine gewissermaßen amtliche Gewissheit zu haben. Das ist völlig ok. Aber daraus eine Alleinursächlichkeit des Sakramentale abzuleiten, scheint mir heute – auch aus biblischen Gründen – nicht notwendig zu sein. Das bedeutet auch, dass eine seinsmäßige Überhöhung des Klerikerstandes, der dann Gott gewissermaßen näher ist als die Laien, nicht besteht. Die Vollmacht der Sakramentenspendung impliziert nicht notwendigerweise eine ontologische Superiorität. Biblisch kann man die jedenfalls nicht nur nicht begründen; sie scheint mir sogar den Worten Jesu und der frühkirchlichen Praxis zu widersprechen. Das meine ich damit. Daraus kann man nicht ableiten, dass das Priesteramt unnötig sei – im Gegenteil. Wir müssen es nur neu denken als bevollmächtigte Verwalter der Sakramente, für die es keinen ideologischen Überbau, der dann wieder Ursache für merkwürdige Selbstverständnisse, die auch bestimmten Missbrauchssituationen zugrunde liegen, ist.

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