Bei Euch (Folge 14 – 1.4.2020)

Diesmal geht es unter anderem um das Schweigen und die Stille. Braucht das wirklich, um zu reden? Wer genau hinsieht, erkennt, dass Gott lauter ist, als man denkt … Und das hat Konsequenzen für die Kirche, Theologinnen und Theologen, die in diesen Tagen merkwürdig still sind oder eher nach binnenkirchlich sprechen. Dabei heißt es in Apostelgeschichte 18,9f: „Der Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt.“ Gerade jetzt, wo die Verhältnismäßigkeit der Mittel in der Corona-Krise immer neu ausgelotet werden muss, ist auch die Stimme derer gefordert, die den Menschen als Gottes Ebenbild sehen – in Solidarität den Kranken, Leiden und Sterbenden gegenüber, aber auch in Wachsamkeit der Freiheit gegenüber. Gerade jetzt ist Schweigen keine Option – weder in Kirche noch in der Gesellschaft. Die Krise ist ein Scheideweg – und da hat auch die Theologie ihre Pflicht, sich gesellschaftlich einzubringen.

April? April!

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Diesmal geht es unter anderem um das Schweigen und die Stille. Braucht das wirklich, um zu reden?  Wer genau hinsieht, erkennt, dass Gott lauter ist, als man denkt … Und das hat Konsequenzen für die Kirche, Theologinnen und Theologen, die in diesen Tagen merkwürdig still sind oder eher nach binnenkirchlich sprechen. Dabei heißt es in Apostelgeschichte 18,9f: „Der Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt.“ Gerade jetzt, wo die Verhältnismäßigkeit der Mittel in der Corona-Krise immer neu ausgelotet werden muss, ist auch die Stimme derer gefordert, die den Menschen als Gottes Ebenbild sehen – in Solidarität den Kranken, Leiden und Sterbenden gegenüber, aber auch in Wachsamkeit der Freiheit gegenüber. Gerade jetzt ist Schweigen keine Option – weder in Kirche noch in der Gesellschaft. Die Krise ist ein Scheideweg – und da hat auch die Theologie ihre Pflicht, sich gesellschaftlich einzubringen.

Was hat Gott sich bei mir gedacht?

Ist mein Lebensweg vorbestimmt? Bin ich zu »etwas« berufen? Gibt es eine innere Stimme, die mich zu einer Lebensaufgabe hin drängt? Welche Entscheidungsmöglichkeiten habe ich? In unserer modernen Welt gilt es, seinen Lebensweg selbstbestimmt zu finden und zu gehen. Wie dazu das christliche Menschenbild passt und was damit überhaupt gemeint ist – das ist Thema dieses Vortrags und Gesprächs.

Lebensweg und Glaube

Ist mein Lebensweg vorbestimmt? Bin ich zu »etwas« berufen? Gibt es eine innere Stimme, die mich zu einer Lebensaufgabe hin drängt? Welche Entscheidungsmöglichkeiten habe ich? In unserer modernen Welt gilt es, seinen Lebensweg selbstbestimmt zu finden und zu gehen. Wie dazu das christliche Menschenbild passt und was damit überhaupt gemeint ist – das ist Thema dieses Vortrags und Gesprächs.

Dr. Werner Kleine verfolgt in dem Vortrag einen neutestamentlichen Ansatz. Die Spannung zwischen göttlichem Plan und menschlicher Freiheit ist komplex und paradox. Sie kann weder in die eine noch in die andere Richtung aufgelöst werden, ohne neue theologische Probleme aufzuwerfen. Oft wird dabei freilich die Allmacht Gottes „zu klein“ gedacht. Das Neue Testament kennt dieses Problem allerdings schon – und kommt zu erstaunlichen Antworten, in denen das Paradox von Gottes Allmacht und menschlicher Freiheit aus einer neuen Sichtweise betrachtet werden kann und – ohne vorschnell aufgelöst zu werden – die Freiheit des Menschen mit der Freiheit Gottes konfrontiert, keinen Menschen aufzugeben. Das wiederum hat Konsequenzen für eine Reihe von Begriffen, die in der Theologie gerne gebraucht, aber selten reflektiert werden: Was ist Berufung konkret? Was bedeutet die Rede vom Gericht? Was ist Sünde? Kann der Mensch überhaupt vor Gott bestehen? Er kann – gerade, weil er frei ist!

Mitschnitt eines Vortrages, den Dr. Werner Kleine am 5. November 2019 in Wuppertal im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ich bin’s. Das Leben im Blick“ des Katholischen Bildungswerkes Wuppertal/Solingen/Remscheid gehalten hat.