Wolfszeiten (Bei Euch – Folge 44 – 18.7.2020)

Die Wölfe sind wieder da. Als biologische Spezies wandern sie schon seit längerer Zeit von Ost- nach Mitteleuropa ein. Selbst am Niederrhein hat man schon Exemplare gesichtet. Dabei löst die Anwesenheit des Wolfes ambivalente Gefühle aus. Die einen sind fasziniert von der Schönheit des Tieres und seiner Lebensweise, die sie schützen wollen; andere sehen in ihm einen Jäger, der die Schwäche anderer Wesen ausnutzt – und im Zweifel wohl auch vor Menschen nicht halt mach. In der Bibel steht der Wolf meist für Gefahr. Der berühmte „Wolf im Schafspelz“ (vgl. Matthäus 7,15) steht im Mund Jesu für die falschen und gefählichen Propheten. Andererseits zeichnet sich das Paradies dadurch aus, dass der Wolf durch das Lamm beschützt wird. Auch Zeichenhandlungen sind oft ambivalent – ebenso wie das Bestreben der türkischen Regierung, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen.

Der Podcast der Katholischen Citykirche Wuppertal

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal

#kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Die Wölfe sind wieder da. Als biologische Spezies wandern sie schon seit längerer Zeit von Ost- nach Mitteleuropa ein. Selbst am Niederrhein hat man schon Exemplare gesichtet. Dabei löst die Anwesenheit des Wolfes ambivalente Gefühle aus. Die einen sind fasziniert von der Schönheit des Tieres und seiner Lebensweise, die sie schützen wollen; andere sehen in ihm einen Jäger, der die Schwäche anderer Wesen ausnutzt – und im Zweifel wohl auch vor Menschen nicht halt mach. In der Bibel steht der Wolf meist für Gefahr. Der berühmte „Wolf im Schafspelz“ (vgl. Matthäus 7,15) steht im Mund Jesu für die falschen und gefählichen Propheten. Andererseits zeichnet sich das Paradies dadurch aus, dass der Wolf durch das Lamm beschützt wird.

Ob die, die gerne den Wolfsgruß entrichten, um die zerbrechliche Verheißung dieses Symbols natürlicher Stärke wissen? Es ist kaum ein Zufall, dass der Wolfsgruß fatal dem Schweigefuchs gleicht, mit dem erzieherisches Personal in Tageseinrichtungen für Kinder zur Ruhe mahnen. So sind Zeichenhandlungen oft ambivalent – ebenso wie das Bestreben der türkischen Regierung, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen. Unter welchen Zeichen wird dort gebetet werden? Ist dieser Entschluss von heiliger Weisheit, von „hagia sophia“ geprägt? Die wechselhafte Geschichte dieses Gebäudes hat es zu einem Weltkulturerbe werden lassen, das alle Menschen zu heiliger Weisheit mahnt – ob sie nun glauben oder nicht. In der Türkei wird da gerade eine Chance vertan …

Bei Euch (Folge 30 – 1.5.2020)

Eine Kugel Vanilleeis in diesen Tagen – einfach wunderbar! Das ist eine Erfahrung, aus der man viel lernen kann – auch über Wissenschaft und Glauben. Richtig: Wissenschaft und Glauben, nicht oder! Beides beruht auf Erfahrung und Vertrauen. Und selbst die Wissenschaft – auch und gerade die Naturwissenschaften beruhen auf Vorannahmen, den sogenannten Axiomen, die man nicht hinterfragen, mithin als „glauben“ muss. Umgekehrt kann „Glauben“ nur glaubhaft sein, wenn Vertrauen durch kritische Prüfung auch und gerade durch Zweifel möglich ist. Es ist wie mit dem Vanilleeis-Paradox: Wenn man es einmal geschmeckt hat, kann man den Geschmack hervorrufen, auch wenn kein Vanilleeis da ist. Aber man muss es einmal geschmeckt und sich auf diesen Genuss wirklich eingelassen haben. Dann können neue Weltwahrnehmungen entstehen, die die Erkenntnis bereichern. Wer aber nur wie ein tönender Zwerg durch eine Welt stolpert, die er im „Gefällt mir“/“Gefällt mir nicht“-Modus bewertet, wird wohl nicht so schnell zu den Weisen, deren Wissen man glaubt, gehören …

Das Vanilleeis-Paradox

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Eine Kugel Vanilleeis in diesen Tagen – einfach wunderbar! Das ist eine Erfahrung, aus der man viel lernen kann – auch über Wissenschaft und Glauben. Richtig: Wissenschaft und Glauben, nicht oder! Beides beruht auf Erfahrung und Vertrauen. Und selbst die Wissenschaft – auch und gerade die Naturwissenschaften beruhen auf Vorannahmen, den sogenannten Axiomen, die man nicht hinterfragen, mithin als „glauben“ muss. Umgekehrt kann „Glauben“ nur glaubhaft sein, wenn Vertrauen durch kritische Prüfung auch und gerade durch Zweifel möglich ist. Es ist wie mit dem Vanilleeis-Paradox: Wenn man es einmal geschmeckt hat, kann man den Geschmack hervorrufen, auch wenn kein Vanilleeis da ist. Aber man muss es einmal geschmeckt und sich auf diesen Genuss wirklich eingelassen haben. Dann können neue Weltwahrnehmungen entstehen, die die Erkenntnis bereichern. Wer aber nur wie ein tönender Zwerg durch eine Welt stolpert, die er im „Gefällt mir“/“Gefällt mir nicht“-Modus bewertet, wird wohl nicht so schnell zu den Weisen, deren Wissen man glaubt, gehören …

Junge Frau oder Jungfrau (Glaubensinformation)

Die jungfräuliche Geburt des Jesus von Nazareth greift ein gerade ein der Gegenwart immer wieder diskutiertes Problem auf. Das christliche Glaubensbekenntnis beinhaltet den Glauben an die Geburt Jesu von Maria der Jungfrau. Gerade nachaufklärerisch erscheint das aber als bloßer Mythos. Ist Maria einfach nur eine junge Frau? Oder was hat es mit der Rede von der Jungfrau auf sich?

Die jungfräuliche Geburt des Jesus von Nazareth greift ein gerade ein der Gegenwart immer wieder diskutiertes Problem auf. Das christliche Glaubensbekenntnis beinhaltet den Glauben an die Geburt Jesu von Maria der Jungfrau. Gerade nachaufklärerisch erscheint das aber als bloßer Mythos. Tatsächlich beschreibt das Lukasevangelium Maria, die Mutter Jesu als Jungfrau. Damit greift er eine prophetische Verheißung aus dem Alten Testament auf, nach der der Messias von einer Jungfrau geboren werden soll. Die neue Einheitsübersetzung, die 2016 veröffentlicht wurde, versucht das Problem durch eine Neuübersetzung zu umgehen. In den Prophetenschriften ist nun statt von „Jungfrau“ von einer „jungen Frau“ die Rede. Aber löst das das eigentliche theologische Problem? Anhand biblischer und einiger apokrypher Texte wird dem eigentlichen Sinn der Rede von der Jungfrauengeburt nach-gegangen.

Der Vortrag wurde am 6.12.2017 von Dr. Werner Kleine im Rahmen der Reihe „Glaubensinformation in Wuppertal“ gehalten.