Zerrissenes Schweigen (Bei Euch – Folge 59 – 7.11.2020)

Das Schweigen ist laut. Es zerreißt die Stille. Es ist an der Zeit, Missstände zu benennen, Vertuschtes zu restaurieren und freizulegen, Verschwiegenem Stimme und Lautstärke zu geben. Während es bei Tätern oft heißt, dass die Unschuldsvermutung gelte, werden Betroffene zum Schweigen gebracht. Das Schweigen muss zerreißen – in Kirche und Gesellschaft. Denn den Betroffenen gegenüber, die man – egal von welcher Seite – nicht wieder zu Opfern machen darf, sollte zuerst die Wahrheitsvermutung gelten. Das Schweigen muss zerreißen!

Der Podcast der Katholischen Citykirche Wuppertal

#kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Die Mute-Taste hat Konjunktur. Im Kampf um die Deutungshoheit verbreitet Noch-President Donald Trump in einer Pressekonferenz unbelegte Behauptungen, Lügen und Fake-News – und namhafte Sender schalten einfach ab. Die einen jubeln, andere sehen hier einen Akt der Unreife. Wie anders dagegen halten es viele derer, die das Verhalten der Sender loben, bei Satire. Die darf doch alles – oder?

Um sich eine Meinung zu bilden, bedarf es der Auseinandersetzung. Man hat eben nicht einfach eine Meinung, man muss sie bilden – im Für und Wider, durch Streit und Zweifel zur Haltung. Eine gebildete Meinung scheut Einseitigkeit ebenso wie verklemmtes Verschweigen.

Das Schweigen aber ist laut. Es zerreißt die Stille. Es ist an der Zeit, Missstände zu benennen, Vertuschtes zu restaurieren und freizulegen, Verschwiegenem Stimme und Lautstärke zu geben. Während es bei Tätern oft heißt, dass die Unschuldsvermutung gelte, werden Betroffene zum Schweigen gebracht. Das Schweigen muss zerreißen – in Kirche und Gesellschaft. Denn den Betroffenen gegenüber, die man – egal von welcher Seite – nicht wieder zu Opfern machen darf, sollte zuerst die Wahrheitsvermutung gelten. Das Schweigen muss zerreißen!

Wir weisen darauf hin, dass manche der folgenden Artikel hinter Paywall stehen. Bitte beachten Sie, dass guter Journalismus Geld kostet.

Blinde Flecken (Bei Euch – Folge 58 – 24.10.2020)

Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital – in Gesellschaft wie in der Kirche. Wo die Glaubwürdigkeit fehlt, fehlt die Basis, auf der solidarisches Handeln gedeihen kann. Regeln werden dann nach eigenem Gutdünken ausgelegt oder Menschen wenden sich ab. Glaubwürdigkeit verdunstet, wenn Worten keine Taten folgen, schlimmer noch: wenn die Taten den Worten widersprechen. Glaubwürdigkeit verdunstet auch da, wo Begründungen für Entscheidungen fehlen oder nicht transparent vermittelt werden. Es sind diese blinden Flecken, die – in Gesellschaft wie in Kirche gleichermaßen – dem Spaltpilz des Misstrauens Raum geben, zu gedeihen.

Der Podcast der Katholischen Citykirche Wuppertal

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Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital – in Gesellschaft wie in der Kirche. Wo die Glaubwürdigkeit fehlt, fehlt die Basis, auf der solidarisches Handeln gedeihen kann. Regeln werden dann nach eigenem Gutdünken ausgelegt oder Menschen wenden sich ab. Glaubwürdigkeit verdunstet, wenn Worten keine Taten folgen, schlimmer noch: wenn die Taten den Worten widersprechen. Glaubwürdigkeit verdunstet auch da, wo Begründungen für Entscheidungen fehlen oder nicht transparent vermittelt werden. Es sind diese blinden Flecken, die – in Gesellschaft wie in Kirche gleichermaßen – dem Spaltpilz des Misstrauens Raum geben, zu gedeihen.

Wie sehr die Corona-Pandemie gegenwärtig zum Härtetest der Glaubwürdigkeit wird, kann an der vielfältig gestörten Kommunikation erkannt werden. Ob es die fehlende Begründung von Entscheidungen ist, die dann vor Gerichten keinen Bestand haben, oder die fehlende Kommunikation zwischen Behörden – all das zerstört jenes Vertrauen der Bevölkerung, das nötig ist, damit die notwendigen Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden.

In Kirche wie Gesellschaft gilt deshalb der vielschichtig bedeutsame Satz von Markus Röntgen: „Viel geht, wenn Vertrauen geht.“ – in jeder Hinsicht!

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Bei Euch (Folge 31 – 3.5.2020)

Macht und Dienst – ein Paradox, das gerne bemüht wird, wenn Mächtige sich demütig zeigen Wollen. Das Paradox vom Dienst der Macht ist tatsächlich ein Beziehungsangebot derer, die Macht haben – gerade wenn diese Macht nicht aus der Person heraus (charismatisch) oder legal begründet ist, sondern traditional, etwa durch eine rituellen Akt, wie die Weihe ihn darstellt. Dann gibt es für diejenigen, die einem so Bemächtigten gegenüberstehen, an sich keinen Grund, der Macht Folge zu leisten. Sie ist ein Beziehungsangebot, bei dem die Angesprochenen die Macht haben, es zu bestätigen oder eben nicht. Jede und jeder Mächtige, insbesondere die traditional begründeten Mächtigen, müssen deshalb ihre Entscheidungen kommunikativ vermitteln. Wo das unterbleibt, wird jede Herrschaft gewalttätig. Die Geschichte – auch die jüngere – ist voll von Beispielen solchen Machtmissbrauchs.

Möge die Macht mit Euch sein

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Macht und Dienst – ein Paradox, das gerne bemüht wird, wenn Mächtige sich demütig zeigen Wollen. Im Staat heißen die Mächtigen sogar Minister – Diener. Vor allem aber in der Kirche wird gerne vom Dienst der Macht gesprochen – oft aber nur solange, bis andere Macht fordern. Die, vor allem Frauen, möchte man dann gerne vor den Gefahren des Klerikalismus bewahren und erinnert sie an den Wert des Dienens. Warum sie nicht den Dienst der Macht ausüben dürfen, bleibt unbegründet.

Das Paradox vom Dienst der Macht ist tatsächlich ein Beziehungsangebot derer, die Macht haben – gerade wenn diese Macht nicht aus der Person heraus (charismatisch) oder legal begründet ist, sondern traditional, etwa durch eine rituellen Akt, wie die Weihe ihn darstellt. Dann gibt es für diejenigen, die einem so Bemächtigten gegenüberstehen, an sich keinen Grund, der Macht Folge zu leisten. Sie ist ein Beziehungsangebot, bei dem die Angesprochenen die Macht haben, es zu bestätigen oder eben nicht. Jede und jeder Mächtige, insbesondere die traditional begründeten Mächtigen, müssen deshalb ihre Entscheidungen kommunikativ vermitteln. Wo das unterbleibt, wird jede Herrschaft gewalttätig. Die Geschichte – auch die jüngere – ist voll von Beispielen solchen Machtmissbrauchs.

Bei Euch (Folge 12 – 30.3.2020)

Diesmal geht es um Fraktale, die Mandelbrot-Menge und was man daraus über Selbstähnlichkeiten lernen kann. Die wiederum führen selbst in krisenhaften Ausnahmesituationen zu einer erstaunlich schnellen Entstehung neuer Normalitäten. Weitere Themen: Der Glaube als Tatwort und warum man ein Hobby, das man zum Beruf gemacht hat, im Beruf nicht mehr als Hobby betreiben darf.

Erkenne die Zeichen

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Diesmal geht es um Fraktale, die Mandelbrot-Menge und was man daraus über Selbstähnlichkeiten lernen kann. Die wiederum führen selbst in krisenhaften Ausnahmesituationen zu einer erstaunlich schnellen Entstehung neuer Normalitäten. Weitere Themen: Der Glaube als Tatwort und warum man ein Hobby, das man zum Beruf gemacht hat, im Beruf nicht mehr als Hobby betreiben darf.

  • Mitmachaktion: „Worauf ich mich nach der Corona-Krise freue …“ – www.menti.com (Zugangscode: 54 04 2)