Leben, Sterben, Auferstehen! – Eschatologische Vorstellungen im NT IV

Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi bilden den Grund des christlichen Glaubens. In ihnen wird nicht nur offenbar, dass im Tod Leben ist; beides ist auch Verhei- ßung auf die Auferstehung von den Toten für die Vielen. Was aber bedeutet das für die Menschen? Welche Gestalt werden die Auferstandenen haben? Wann wird die Aufer- stehung geschehen? Was bedeutet das alles für die letzte Gerechtigkeit? Gibt es im Jenseits nicht nur den Himmel, sondern auch Hölle und Fegefeuer?
In Folge 4 geht es um die Entwicklung der eschatologischen Theologie bei Paulus. Die ist gerade auf dem Hintergrund seiner persönlichen Biographie interessant. In diesem Zusammenhang nimmt der Vortrag auch Bezug und Stellung zu aktuellen Hypothesen um die Person und die Rolle des Paulus für die frühe Kirche. Ohne Zweifel handelt es sich bei ihm um einen frühchristlichen Theologen, der alleine aufgrund der von ihm überlieferten Briefe bis in die Gegenwart wirksam ist. Dabei zeigen die Briefe aber auch, dass die Theologie des Paulus kein eratischer Block ist, sondern eher ein „Work in Progress“, eine reflektive Entwicklung auf der Grundlage eines – mitunter streitbaren – Austausches mit anderen Glaubenden: Wo eine Frage beantwortet ist, harren neue Fragen auf Antworten. So entwickelt sich auch die paulinische Eschatologie – eine Theologie, die gerade in ihrer Entwicklung beispielgebend für das Theologietreiben in der Gegenwart ist.

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Leben, Sterben, Auferstehen! – Eschatologische Vorstellungen im NT IV
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GRUNDKURS NT I 2021

Folge 4: Entwicklung und Erkenntnis

Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi bilden den Grund des christlichen Glaubens. In ihnen wird nicht nur offenbar, dass im Tod Leben ist; beides ist auch Verhei- ßung auf die Auferstehung von den Toten für die Vielen. Was aber bedeutet das für die Menschen? Welche Gestalt werden die Auferstandenen haben? Wann wird die Aufer- stehung geschehen? Was bedeutet das alles für die letzte Gerechtigkeit? Gibt es im Jenseits nicht nur den Himmel, sondern auch Hölle und Fegefeuer?

Man muss nicht bis zum Jüngsten Tag warten, um erste Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Einiges findet sich schon in den neutestamentlichen Schriften – und manches davon ist erfreulich erfahrungsgesättigt. Der Kurs stellt an vier Abenden ausgewählte Textstellen vor und führt so in die Überlegungen und Schlussfolgerungen der frühesten Christen ein. Es wird deutlich werden, dass vieles auch heute noch Perspektiven eröffnet für einen Glauben, der, wie Paulus es sagen würde, wissen kann, dass die Hoffnung auf die Auferstehung nicht auf Sand gebaut ist, sondern auf festem Grund.

In Folge 4 geht es um die Entwicklung der eschatologischen Theologie bei Paulus. Die ist gerade auf dem Hintergrund seiner persönlichen Biographie interessant. In diesem Zusammenhang nimmt der Vortrag auch Bezug und Stellung zu aktuellen Hypothesen um die Person und die Rolle des Paulus für die frühe Kirche. Ohne Zweifel handelt es sich bei ihm um einen frühchristlichen Theologen, der alleine aufgrund der von ihm überlieferten Briefe bis in die Gegenwart wirksam ist. Dabei zeigen die Briefe aber auch, dass die Theologie des Paulus kein eratischer Block ist, sondern eher ein „Work in Progress“, eine reflektive Entwicklung auf der Grundlage eines – mitunter streitbaren – Austausches mit anderen Glaubenden: Wo eine Frage beantwortet ist, harren neue Fragen auf Antworten. So entwickelt sich auch die paulinische Eschatologie – eine Theologie, die gerade in ihrer Entwicklung beispielgebend für das Theologietreiben in der Gegenwart ist.

Materialblatt zur aktuellen Folge

Die Säulen der Kirche (Glaubensinformation)

Mit der Wahl der zwölf Apostel setzt der irdische Jesus ein prophetisches Zeichen: So wie das Volk Israel aus den 12 Stämmen besteht, die auf die 12 Söhne Jakobs zurückgehen, so stehen der von ihm begründete Zwölferkreis für die Restitution und Erneuerung Israels. Es ist eine symbolische Tat, die die neue Sammlung Israels begründen soll. Der Zwölferkreis wird in der jesuanischen Bewegung zu einem Kreis der engeren Mitarbeiter Jesu, der auch über seinen Tod hinaus Bedeutung haben wird. Nachdem der Kreuzestod Jesu ein Scheitern der Bewegung bedeutet, zerstreut sich der Zwölferkreis zuerst, wird durch die Erfahrung und Begegnung mit dem Auferstandenen aber zur Basis der nun entstehenden Kirche. Nicht zu Unrecht werden die Apostel daher als „Säulen der Kirche“ verstanden.

Glaubensinformation in Wuppertal
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Die Säulen der Kirche (Glaubensinformation)
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Oder: Wer sind die Zwölft, die Jesus als Apostel erwählte?

Mit der Wahl der zwölf Apostel setzt der irdische Jesus ein prophetisches Zeichen: So wie das Volk Israel aus den 12 Stämmen besteht, die auf die 12 Söhne Jakobs zurückgehen, so stehen der von ihm begründete Zwölferkreis für die Restitution und Erneuerung Israels. Es ist eine symbolische Tat, die die neue Sammlung Israels begründen soll. Der Zwölferkreis wird in der jesuanischen Bewegung zu einem Kreis der engeren Mitarbeiter Jesu, der auch über seinen Tod hinaus Bedeutung haben wird. Nachdem der Kreuzestod Jesu ein Scheitern der Bewegung bedeutet, zerstreut sich der Zwölferkreis zuerst, wird durch die Erfahrung und Begegnung mit dem Auferstandenen aber zur Basis der nun entstehenden Kirche. Nicht zu Unrecht werden die Apostel daher als „Säulen der Kirche“ verstanden.

Wer aber waren die Apostel? Von einigen Aposteln wird im Neuen Testament mehr berichtet, von anderen erfährt man kaum etwas. Gleichwohl kann man aus der neutestamentlichen Überlieferung tiefgreifende Rückschlüsse ziehen. So ist die Bewegung in ihren Wurzeln wohl älter als das, was im Neuen Testament überliefert wird. Auch scheinen die Zwölf eine sehr diverse und disparate Gruppe von Männern gewesen zu sein, die wohl weniger fromm als tatkräftig waren. Der Abend geht diesen Spuren nach und wird zu einer Entdeckungsreise in ein äußerst dynamisches Geschehen in der Jesusbewegung, aber auch in der frühen Kirche – eine Dynamik, die auch heute wieder prägend für die Kirche in der Gegenwart sein kann.

Mitschnitt der Glaubensinformation, die am 28.10.2020, dem Gedenktag der Hl. Apostel Judas Thaddäus und Simon, als Webinar stattfand. Es spricht Dr. Werner Kleine.

Christentum – Stadt – Religion II

Städte waren zur Zeit des entstehenden Christentums zentrale Orte der Kommunikation und Begegnung, der Kultur und des Austausches. Vor allem die zentralen Metropolen wie Ephesus, Thessaloniki, Philippi, Athen, Korinth und natürlich Rom waren Schmelztiegel, in denen sich verschiedene Völker, Religionen und Weltanschauungen begegneten und gegenseitig beeinflussten. Es ist nur konsequent, wenn frühchristliche Missionare wie Paulus das Potential der Stadt konsequent nutzen.

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Christentum - Stadt - Religion II
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Stadtreligion

Städte waren zur Zeit des entstehenden Christentums zentrale Orte der Kommunikation und Begegnung, der Kultur und des Austausches. Vor allem die zentralen Metropolen wie Ephesus, Thessaloniki, Philippi, Athen, Korinth und natürlich Rom waren Schmelztiegel, in denen sich verschiedene Völker, Religionen und Weltanschauungen begegneten und gegenseitig beeinflussten.

Es ist also nur konsequent, dass die Stadt für die frühen Verkünder des Evangeliums eine zentrale Rolle spielt. Insbesondere Paulus nutzt das Potential die Stadt und orientiert seine Missionsstrategie an den Metropolen seiner Zeit aus. Von hier aus verbreitet sich das Christentum, das längst zur Stadtreligion geworden ist, dann auch in das um die Städte liegende Land aus.

Thesenpapier (pdf) zum Vortrag