Elefantenreiten (Bei Euch – Folge 45 – 25.7.2020)

Reiz und Reaktion bestimmen auch das menschliche Handeln immer wieder. Das ist nur zu verständlich, weil gefährliche Situationen schnelles Handeln erfordern. Das hat das Überleben der Menschheit gesichert. Die korrekte biologische Einordnung des Säbelzahntigers in der Savanne kann das Leben kosten; die Fluchtreaktion auf den visuellen Reiz hingegen Leben retten. Solcherart Vorurteile haben also durchaus ihre evolutionäre Berechtigung. Für den Menschen als kulturelles Wesen hingegen birgt sie aber auch Gefahren, wenn in einer zunehmend globalisierten Welt alles Fremde automatisch, weil es unbekannt ist, mit Gefahr verbunden wird und auf den Reiz hin die Reaktion einer universellen Abwehr folgt. Der Mensch zeichnet sich nun aber insbesondere dadurch aus, dass er seine Reaktionen bewusst setzen kann. Es wäre also notwendig, den Reaktionselefanten reitend zu zähmen.

Der Podcast der Katholische Citykirche Wuppertal

Elefantenreiten

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Reiz und Reaktion bestimmen auch das menschliche Handeln immer wieder. Das ist nur zu verständlich, weil gefährliche Situationen schnelles Handeln erfordern. Das hat das Überleben der Menschheit gesichert. Die korrekte biologische Einordnung des Säbelzahntigers in der Savanne kann das Leben kosten; die Fluchtreaktion auf den visuellen Reiz hingegen Leben retten. Solcherart Vorurteile haben also durchaus ihre evolutionäre Berechtigung. Für den Menschen als kulturelles Wesen hingegen birgt sie aber auch Gefahren, wenn in einer zunehmend globalisierten Welt alles Fremde automatisch, weil es unbekannt ist, mit Gefahr verbunden wird und auf den Reiz hin die Reaktion einer universellen Abwehr folgt. Der Mensch zeichnet sich nun aber insbesondere dadurch aus, dass er seine Reaktionen bewusst setzen kann. Es wäre also notwendig, den Reaktionselefanten reitend zu zähmen – oder dem Rat der neutestamentlichen Jakobusepistel zu folgen, in der es heißt:

„Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; 20 denn der Zorn eines Mannes schafft keine Gerechtigkeit vor Gott.“ (Jakobus 1,19)

Wie sehr solche Besinnung notwendig wäre, zeigen auch die Themen dieser Folge, in der es (noch einmal) ebenso um die türkische Symbolpolititk geht, wenn die Hagia Sophia wieder als Moschee genutzt wird, wie die Problematik von Rassismus, der besser Kulturalismus genannt würde, die Fragen, die sich im Zusammenhang polizeilicher Vorgehensweisen stellen, den Harper-Letter und das Liberalismus-Thema und natürlich die aktualle vatikanische Instruktion der Kleruskongregation „zur pastoralen Umkehr der Gemeinden“.

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