Was in der Bibel so alles zwischen den Zeilen steht … eine heitere und erkenntnisreiche Spurensuche (Glaubensinformation)

Gerade viel gehörte Bibeltexte erscheinen oft so vertraut, dass der Sinn des Textes schon fest zu stehen scheint. Bei näherem Hinsehen und Hinhören eröffnen sich aber überraschende Perspektiven, die nicht nur manches in einem neuen Licht erscheinen lassen, sondern das bisher Geglaubte auch in Frage stellen. Dabei spielt oft das Nichtgesagte, das, was eben zwischen den Zeilen steht, eine ganz zentrale Rolle. Die biblischen Autoren sind bisweilen wahre Meister darin, bestimmte Dinge nicht zu sagen, und so die Leserinnen und Hörer herausfordern, selbst Antworten zu geben: Wenn etwa von zwei Brüdern einer das Erbe verprasst und der andere zu Hause bleibt, scheint die Frage, wer verloren gegangen ist auf den ersten Blick eindeutig – aber eben nur auf den ersten Blick. Was ist von einem Hirten zu halten, dem ein Schaf abhandenkommt? Und warum wird ein Festteilnehmer nur weil er falsch angezogen ist, vom Fest verbannt? Der Vortrag nimmt diese und andere Fragen mit einem ernsthaft-zwinkernden Auge unter die Lupe. Es zeigt sich, dass es sich lohnt, die Bibel selbst in die Hand zu nehmen und nachzusehen.

Glaubensinformation in Wuppertal
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Was in der Bibel so alles zwischen den Zeilen steht ... eine heitere und erkenntnisreiche Spurensuche (Glaubensinformation)
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Gerade viel gehörte Bibeltexte erscheinen oft so vertraut, dass der Sinn des Textes schon fest zu stehen scheint. Bei näherem Hinsehen und Hinhören eröffnen sich aber überraschende Perspektiven, die nicht nur manches in einem neuen Licht erscheinen lassen, sondern das bisher Geglaubte auch in Frage stellen. Dabei spielt oft das Nichtgesagte, das, was eben zwischen den Zeilen steht, eine ganz zentrale Rolle. Die biblischen Autoren sind bisweilen wahre Meister darin, bestimmte Dinge nicht zu sagen, und so die Leserinnen und Hörer herausfordern, selbst Antworten zu geben: Wenn etwa von zwei Brüdern einer das Erbe verprasst und der andere zu Hause bleibt, scheint die Frage, wer verloren gegangen ist auf den ersten Blick eindeutig – aber eben nur auf den ersten Blick. Was ist von einem Hirten zu halten, dem ein Schaf abhandenkommt? Und warum wird ein Festteilnehmer nur weil er falsch angezogen ist, vom Fest verbannt? Der Vortrag nimmt diese und andere Fragen mit einem ernsthaft-zwinkernden Auge unter die Lupe. Es zeigt sich, dass es sich lohnt, die Bibel selbst in die Hand zu nehmen und nachzusehen.

Mitschnitt des Webinars mit Dr. Werner Kleine vom 23. Juni 2021.

Weiterführende Links:

Geschöpf und Ebenbild: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?“ Psalm 8,5 (Glaubensinformation)

Die Frage nach dem, was der Mensch ist, beschäftigt Theologie und Philosophie gleichermaßen. Ist er bloß ein Tier, das sich seiner selbst bewusst ist, oder ein Wesen das spielen kann? Juden wie Christen sehen im Men-schen ein Geschöpf Gottes, dass nach dessen Bild, nach seiner Idee geschaffen wurde. Als Abbild Gottes parti-zipiert der Mensch nicht nur am göttlichen Schöpfungswerk; Gott hat ihn auch als echtes Gegenüber, als Person mit Freiheit geschaffen, weil nur in Freiheit eine echte, freie Antwort möglich ist. Das bedingt, dass der Mensch sich in seiner Freiheit auch von Gott abwenden kann. Freilich ist auch Gott frei – und das hat Konsequenzen für ein Verhältnis von Schöpfer und ebenbildlichen Geschöpf, das dialektischer nicht sein könnte. Es ist diese Spannung, in der sich menschliches Leben befindet – eine Spannung, der man ausweichen kann, die aber höchst sinnstiftend ist, wenn man sich ihr stellt.

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Geschöpf und Ebenbild: "Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?" Psalm 8,5 (Glaubensinformation)
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Das Menschenbild der Bibel

Die Frage nach dem, was der Mensch ist, beschäftigt Theologie und Philosophie gleichermaßen. Ist er bloß ein Tier, das sich seiner selbst bewusst ist, oder ein Wesen das spielen kann? Juden wie Christen sehen im Men-schen ein Geschöpf Gottes, dass nach dessen Bild, nach seiner Idee geschaffen wurde. Als Abbild Gottes parti-zipiert der Mensch nicht nur am göttlichen Schöpfungswerk; Gott hat ihn auch als echtes Gegenüber, als Person mit Freiheit geschaffen, weil nur in Freiheit eine echte, freie Antwort möglich ist. Das bedingt, dass der Mensch sich in seiner Freiheit auch von Gott abwenden kann. Freilich ist auch Gott frei – und das hat Konsequenzen für ein Verhältnis von Schöpfer und ebenbildlichen Geschöpf, das dialektischer nicht sein könnte. Es ist diese Spannung, in der sich menschliches Leben befindet – eine Spannung, der man ausweichen kann, die aber höchst sinnstiftend ist, wenn man sich ihr stellt.

Im Beitrag wird auf einen Text von Dr. Till Magnus Steiner im biblischen Weblog „Dei Verbum verwiesen:

Bei Euch (Folge 32 – 7.5.2020)

Was ist der Mensch eigentlich? Die Antwort auf diese Frage drängt sich gerade in Zeiten einer Pandemie, wie sie auch durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, auf. Ist der Mensch nur der Natur ausgeliefert oder nicht doch zur Kultur befähigt? Das ist eine Zumutung, aber ein heilsame. Ob man nun glaubt oder nicht: Der Mensch hat es in der Hand, dem Anspruch gerecht zu werden, ein Kulturwesen zu sein.

Bei Euch
Bei Euch
Bei Euch (Folge 32 - 7.5.2020)
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Maskenball

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Was ist der Mensch eigentlich? Die Antwort auf diese Frage drängt sich gerade in Zeiten einer Pandemie, wie sie auch durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, auf. Ist der Mensch nur der Natur ausgeliefert oder nicht doch zur Kultur befähigt? Kultur bedeutet vor allem die Urbarmachung der Natur, ihr Hegen und Pflegen, so dass aus der Wildnis ein fruchtbarer Garten werden kann. In der Tradition der Juden und Christen spielt dieser Aspekt nicht nur in den Schöpfungsberichten eine wichtige Roll, die den Menschen gerade mit Blick auf diesen Auftrag als Ebenbild Gottes sehen. Die sogenannte Erzählung vom „Sündenfall“ in Genesis 3, der tatsächlich keiner ist, kommt darüber hinaus zum Ausdruck, dass der Mensch, gerade will er Ebenbild Gottes ist, auch mündig und selbstverantwortlich handeln soll. Das ist eine Zumutung, aber ein heilsame. Gerade in den Tagen, in denen der Lockdown gelockert wird, wird sich zeigen, ob das folgende „Jump up“, der Tanz ein Freuden- oder ein Totentanz wird. Ob man nun glaubt oder nicht: Der Mensch hat es in der Hand, dem Anspruch gerecht zu werden, ein Kulturwesen zu sein.