Das Alte im Neuen – Der „Geist“ im Neuen Testament

Quantitativ, vor allem aber qualitativ ist das Alte Testament für das Neue Testament konstitutiv – auch und gerade, was die Rede vom Heiligen Geist angeht. Der hat ja bereits durch die Propheten gesprochen und bildet im Neuen Testament die Basis für eine Erkenntnis: Gott ist da – in allem, was atmet! Das aber hat Auswirkungen für das christlichen Menschenbild und die christliche Ethik!

Theocast
Theocast
Das Alte im Neuen - Der "Geist" im Neuen Testament
/

Immer wieder wird die Bedeutung des Alten Testamentes für das Christentum diskutiert. Dabei kann das Neue Testament ohne das Alte Testament nicht wirklich verstanden werden. Es ist nicht nur ein Interpretament der Texte des Altehrwürdigen Bundes, das ohne diese ohne Grundlage wäre. Auch würden rein auf der quantitativen Ebene viele Passagen, die entweder unmittelbar oder mittelbar Bezug auf die Texte des Alten Testamentes nehmen, wegfallen. So oder so: Quantitativ, vor allem aber qualitativ ist das Alte Testament für das Neue Testament konstitutiv – auch und gerade, was die Rede vom Heiligen Geist angeht. Der hat ja bereits durch die Propheten gesprochen und bildet im Neuen Testament die Basis für eine Erkenntnis: Gott ist da – in allem, was atmet! Das aber hat Auswirkungen für das christlichen Menschenbild und die christliche Ethik!

Mitschnitt des Vortrages, den Dr. Werner Kleine am 14.6.2022 im Rahmen der Reihe „Dombibelforum“ im Domforum Köln gehalten hat.

Wir bitten, die Tonprobleme am Anfang der Aufzeichnung zu entschuldigen.

Über die Wirkmacht des Geistes

Der Geist Gottes macht lebendig. Er ist der Atem, der Leben schafft. Ohne ihn gibt es kein Leben. Deshalb muss Petrus erkennen, dass der göttliche Geist längst schon bei dem Heiden Kornelius eingekehrt ist. Für Paulus aber ist der Mensch selbst Tempel, also Wohnstatt Gottes – er ist es, der in allem, was lebt, atmet. Das aber hat Konsequenzen: Wer einen Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören (1 Kor 3,17).

Theocast
Theocast
Über die Wirkmacht des Geistes
/

Predigt zur Pfingstvigil am 4.6.2022

Der Geist Gottes macht lebendig. Er ist der Atem, der Leben schafft. Ohne ihn gibt es kein Leben. Deshalb muss Petrus erkennen, dass der göttliche Geist längst schon bei dem Heiden Kornelius eingekehrt ist. Für Paulus aber ist der Mensch selbst Tempel, also Wohnstatt Gottes – er ist es, der in allem, was lebt, atmet. Das aber hat Konsequenzen: Wer einen Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören (1 Kor 3,17).

Gerade in Zeiten, in denen immer wieder der von Klerikern begangene Missbrauch offenbar wird, wird die Bedeutung dieses Verses offenbar. Vorschnelle Forderungen nach Vergebung erscheinen wohlfeil. Sicher ist die Vergebung eine große Tat – nur darf sie nicht einfach gefordert werden. Die nämlich, denen die Vergebung verweigert wird – und das vielleicht aus gutem Grund – erwartet das göttliche Gericht. Da hilft dann wohl wirklich nur noch beten …

Mitschnitt der Predigt von Dr. Werner Kleine anlässlich der Pfingstvigil, die am 4.6.2022 in St. Laurentius in Wuppertal-Elberfeld gefeiert wurde.

„Was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst?“ (Psalm 8,5)

n der jüdischen und christlichen Tradition ist der Mensch lebendig, weil er den Atem Gottes in sich trägt. Aber nicht nur er, sondern alles, was atmet, ist von Gott belebt.

Theocast
Theocast
"Was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst?" (Psalm 8,5)
/

Gottebenbildlichkeit als Gabe und Aufgabe

In der jüdischen und christlichen Tradition ist der Mensch lebendig, weil er den Atem Gottes in sich trägt. Aber nicht nur er, sondern alles, was atmet, ist von Gott belebt. Nach allem, was derzeit bekannt ist, ist der Mensch das Wesen, das sich seiner selbst bewusst ist. Tiere kommunizieren, empfinden und können leiden. Die Fähigkeit zu Erkenntnis und Selbstreflexion hingegen scheint eine Besonderheit menschlicher Existenz zu sein. Dazu gehört auch die Fähigkeit zu erkennen, dass Gott selbst in allem, was atmet, anwesend ist. Das macht die Königswürde des Menschen aus und die Verantwortung, Schöpfung, Mitgeschöpfe und Mitmenschen mit Würde zu behandeln.

Mitschnitt des Vortrages von Dr. Werner Kleine anlässlich der Ausstellung der Könige von Ralf Knoblauch in Christ König in Köln-Longerich vom 15. März 2022.

Krisis? What Krisis?

Wie in jedem ordentlichen Drama geht es auch hier um einen großen Verlust und um die (scheinbare) Unmöglichkeit, an der gegenwärtigen Situation irgendwas ändern zu können. Ein fast übermächtiges Warum steht im Raum – unmittelbar als Anklage nach ganz oben formuliert. In einem inneren Dialog erwächst der Kläger jedoch zu seinem eigenen Anwalt.

Bei Euch
Bei Euch
Krisis? What Krisis?
/

Der vielfache sexuelle Missbrauch durch Kleriker bedeutet für die Betroffenen ein oft lebenslanges Trauma. Die Täter hingegen wollen sich nur allzu oft nicht ihrer Verantwortung stellen. Dem Gericht werden sie damit nicht entgehen.

Wie in jedem ordentlichen Drama geht es auch hier um einen großen Verlust und um die (scheinbare) Unmöglichkeit, an der gegenwärtigen Situation irgendwas ändern zu können. Ein fast übermächtiges Warum steht im Raum – unmittelbar als Anklage nach ganz oben formuliert. In einem inneren Dialog erwächst der Kläger jedoch zu seinem eigenen Anwalt. Er belegt quasi anhand von Bibelfragmenten, dass er von Gott verlassen worden ist. Hörbar unterstrichen wird das durch gegenläufige Soundeffekte, die den Kläger immer klarer und deutlicher werden lassen, während die geflüsterten Bibeltexte zunehmend verwässern. Das abschließende lapidare Mea Culpa verweist auf die Art und Weise, wie aktuell von Seiten der Katholischen Kirche mit den Opfern umgegangen wird.

Text und Vocals: Jörg Degenkolb-Değerli
Produziert von kck42

Handeln im Angesicht der Sterblichkeit

Die Vergegenwärtigung der eigenen Sterblichkeit zeigt die Bedeutung des Lebens. Christinnen und Christen sind ermächtigt, das Leben zu fördern und zu schützen – nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten. Das Aschenkreuz ist da Mahnung und Auftrag zugleich.

Theocast
Theocast
Handeln im Angesicht der Sterblichkeit
/

Predigt zum „Aschenkreuz to go“ in Wuppertal-oberbarmen am 2.3.2022

Der Krieg, den der Diktator Wladimir Putin in der Ukraine angezettelt hat, zeigt, wie dünn die Firnis zwischen Tod und Leben ist. Die Vergegenwärtigung der eigenen Sterblichkeit zeigt die Bedeutung des Lebens. Christinnen und Christen sind ermächtigt, das Leben zu fördern und zu schützen – nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten. Das Aschenkreuz ist da Mahnung und Auftrag zugleich.

Mitschnitt der Predigt von Dr. Werner Kleine zum Aschenkreuz to go am 2.3.2022 in Wuppertal-Oberbarmen.

Links:

„Wunder“ im Neuen Testament

Ausgehend von der Beobachtung, dass die Evangelisten selbst im griechischen Urtext selbst nicht von „Wundern“, sondern von Machterweisen (Matthäus, Markus, Lukas) oder Zeichen (Johannes) sprechen, werden die Heilungserzählungen einer näheren Betrachtung unterzogen. Es wird deutlich, dass das scheinbar Außergewöhnliche an der Oberfläche geschieht; tatsächlich liegt in den Tiefenschichten der Texte der eigentliche Punkt der Heilungserzählungen: Jesus Handeln bedeutet für die Menschen Aufrichtung und Ermächtigung – ein Auftrag, der bis heute für die gilt, die in der Nachfolge Jesu stehen.

Theocast
Theocast
"Wunder" im Neuen Testament
/

Am 25. Februar 2022 sprach Dr. Werner Kleine beim ökumenischen Gesprächskreis „am Rott“ über die „Wunder“ im Neuen Testament. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Evangelisten selbst im griechischen Urtext selbst nicht von „Wundern“, sondern von Machterweisen (Matthäus, Markus, Lukas) oder Zeichen (Johannes) sprechen, werden die Heilungserzählungen einer näheren Betrachtung unterzogen. Es wird deutlich, dass das scheinbar Außergewöhnliche an der Oberfläche geschieht; tatsächlich liegt in den Tiefenschichten der Texte der eigentliche Punkt der Heilungserzählungen: Jesus Handeln bedeutet für die Menschen Aufrichtung und Ermächtigung – ein Auftrag, der bis heute für die gilt, die in der Nachfolge Jesu stehen.

Weiterführendes:

Wo bleibt das Licht in dunklen Zeiten? – eine Predigt zum Fest „Darstellung des Herrn“ (Mariä Lichtmess) 2022

traditionellen Vigilfeier, die die Katholische Citykirche Wuppertal zum Fest Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) feiert, hielt. Der greise Simeon erkennt im neugeborenen Jesus das Licht der Völker, sagt aber seiner Mutter voraus, dass ein Schwert durch ihre Seele dringen wird. Die Kirche der Gegenwart sieht sich einer immensen Krise gegenüber, die durch den massenhaften Missbrauch durch Kleriker verursacht wurde. Gibt es noch Licht in dieser Dunkelheit? Und ist es ein Zufall, dass mit den greisen Simeon und Hanna im Jerusalemer Tempel nicht Priester, sondern Laien das Heil der Welt erkennen? Es ist Wechselszeit – wie damals …

Theocast
Theocast
Wo bleibt das Licht in dunklen Zeiten? - eine Predigt zum Fest "Darstellung des Herrn" (Mariä Lichtmess) 2022
/

Mitschnitt der Predigt, die Dr. Werner Kleine am 1.2.2022 im Rahmen der traditionellen Vigilfeier, die die Katholische Citykirche Wuppertal zum Fest Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) feiert, hielt. Der greise Simeon erkennt im neugeborenen Jesus das Licht der Völker, sagt aber seiner Mutter voraus, dass ein Schwert durch ihre Seele dringen wird. Die Kirche der Gegenwart sieht sich einer immensen Krise gegenüber, die durch den massenhaften Missbrauch durch Kleriker verursacht wurde. Gibt es noch Licht in dieser Dunkelheit? Und ist es ein Zufall, dass mit den greisen Simeon und Hanna im Jerusalemer Tempel nicht Priester, sondern Laien das Heil der Welt erkennen? Es ist Wechselszeit – wie damals …

Identität und Gefährdung – Eine Einleitung in die Petrusbriefe – Folge 4

In Folge 4 steht der 2. Petrusbrief im Mittelpunkt. Der Glaube an die Wiederkunft Christi ist angefochten, muss neu begründet und verteidigt werden. Im Vergleich zum 1. Petrusbrief hat sich die Situation verändert. Die Gemeinde muss sich mit kritischen zeitgenössischen Weltanschauungen auseinandersetzen, durch die sie konkret angefragt wird. Vor allem der Glaube an die Wiederkunft Christi, die eben noch nicht eingetreten ist, wird zum Ansatzpunkt für die Kritik – und Anlass für deren theologischer Erwiderung. Es ist bemerkenswert, wie theologisch der Autor der Gemeinde gegenüber argumentiert, aber auch auf Gefahren der Interpretation der Schriften – insbesondere des Paulusbriefe – hinweist. Gerade darin ist der 2. Petrusbrief auch heute noch vorbildhaft: Mit Theologie der Krise begegnen.

Theocast
Theocast
Identität und Gefährdung - Eine Einleitung in die Petrusbriefe - Folge 4
/

In Erwartung – Stärkung und Verteidigung des Glaubens im Angesicht der Wiederkunft Christi – 2 Petrus

In Folge 4 steht der 2. Petrusbrief im Mittelpunkt. Der Glaube an die Wiederkunft Christi ist angefochten, muss neu begründet und verteidigt werden. Im Vergleich zum 1. Petrusbrief hat sich die Situation verändert. Die Gemeinde muss sich mit kritischen zeitgenössischen Weltanschauungen auseinandersetzen, durch die sie konkret angefragt wird. Vor allem der Glaube an die Wiederkunft Christi, die eben noch nicht eingetreten ist, wird zum Ansatzpunkt für die Kritik – und Anlass für deren theologischer Erwiderung. Es ist bemerkenswert, wie theologisch der Autor der Gemeinde gegenüber argumentiert, aber auch auf Gefahren der Interpretation der Schriften – insbesondere des Paulusbriefe – hinweist. Gerade darin ist der 2. Petrusbrief auch heute noch vorbildhaft: Mit Theologie der Krise begegnen.

Materialblatt zur aktuellen Folge

Identität und Gefährdung – Eine Einleitung in die Petrusbriefe – Folge 3

In Folge 3 wird der Text 1 Petrus 2,11-5,11 analysiert. Nach der Bestandsaufnahme in 1 Petr 1,1-2,10 werden Herausforderungen des christlichen Lebens in der Welt – näherhin der konkreten Umwelt, in der das Schreiben entsteht – formuliert. Christsein ist weder eine rein theoretische Angelegenheit, noch ereignet es sich in rein frommer Gottesverehrung. Vielmehr muss sich das Christsein im Alltag und seinen Herausforderungen bewähren. Vor allem eine angefragte Christenheit ist hier herausgefordert, Worten auch Taten folgen zu lassen – auch und gerade, wenn die eigene Existenz bedroht ist. Es ist erstaunlich, dass der Autor von 1 Petr hier nicht nur vertröstet, sondern die Anfragen konsequent theologisch ausdeutet. Gerade darin ist 1 Petr auch heute noch von bleibender Aktualität – auch wenn sich die Kontexte verändert haben.

Theocast
Theocast
Identität und Gefährdung - Eine Einleitung in die Petrusbriefe - Folge 3
/

Herausforderungen – Konsequenzen christlicher Existenz in konkreter Umwelt – 1 Petrus 2,11-5,11

In Folge 3 wird der Text 1 Petrus 2,11-5,11 analysiert. Nach der Bestandsaufnahme in 1 Petr 1,1-2,10 werden Herausforderungen des christlichen Lebens in der Welt – näherhin der konkreten Umwelt, in der das Schreiben entsteht – formuliert. Christsein ist weder eine rein theoretische Angelegenheit, noch ereignet es sich in rein frommer Gottesverehrung. Vielmehr muss sich das Christsein im Alltag und seinen Herausforderungen bewähren. Vor allem eine angefragte Christenheit ist hier herausgefordert, Worten auch Taten folgen zu lassen – auch und gerade, wenn die eigene Existenz bedroht ist. Es ist erstaunlich, dass der Autor von 1 Petr hier nicht nur vertröstet, sondern die Anfragen konsequent theologisch ausdeutet. Gerade darin ist 1 Petr auch heute noch von bleibender Aktualität – auch wenn sich die Kontexte verändert haben.

Materialblatt zur aktuellen Folge

Identität und Gefährdung – Eine Einleitung in die Petrusbriefe – Folge 2

In Folge 2 steht der Text 1 Petrus 1,1-2,10 im Mittelpunkt. Wie in einer Bestandsaufnahme wird der Zustand der Gemeinde beschreiben. Sie ist geprägt von einer Hoffnung in herausfordernder Gegenwart. Die Herausforderung der Gemeinde, an die der Autor seinen Brief schreibt, besteht vor allem darin, die eigene Identität zu finden. Theologisch ebenso präzise wie anspruchsvoll entwickelt der Autor ein Verständnis der Gemeinde als neues Gottesvolk. Es ist bemerkenswert, wie die Gemeinde hier in die Theologie hineingenommen wird. Dieser Anspruch ist auch heute noch wegweisend: Nicht Marketing wird die Kirche beleben, sondern echte Theologie, die Rechenschaft über den Glauben ablegt (vgl. 1 Petrus 3,15).

Theocast
Theocast
Identität und Gefährdung - Eine Einleitung in die Petrusbriefe - Folge 2
/

Bestandsaufnahmen. Der Indikativ christlicher Existenz – 1 Petrus 1,1-2,10

In Folge 2 steht der Text 1 Petrus 1,1-2,10 im Mittelpunkt. Wie in einer Bestandsaufnahme wird der Zustand der Gemeinde beschreiben. Sie ist geprägt von einer Hoffnung in herausfordernder Gegenwart. Die Herausforderung der Gemeinde, an die der Autor seinen Brief schreibt, besteht vor allem darin, die eigene Identität zu finden. Theologisch ebenso präzise wie anspruchsvoll entwickelt der Autor ein Verständnis der Gemeinde als neues Gottesvolk. Es ist bemerkenswert, wie die Gemeinde hier in die Theologie hineingenommen wird. Dieser Anspruch ist auch heute noch wegweisend: Nicht Marketing wird die Kirche beleben, sondern echte Theologie, die Rechenschaft über den Glauben ablegt (vgl. 1 Petrus 3,15).

Materialen zur aktuellen Folge: