Bei Euch (Folge 20 – 8.4.2020)

Am Abend des 8.4.2020 beginnt das jüdische Pesachfest. Dr. Till Magnus Steiner, in Jerusalem lebender und arbeitender Alttestamentler, erzählt im Gespräch von der Feier des Pesachfestes in Israel in den Zeiten der Corona-Pandemie. Die Ausgangsbeschränkungen sind dort wesentlich intensiver als derzeit in Deutschland – eine besondere Herausforderung für die Feier eines der wichtigsten jüdischen Feste, das sonst von intensiver familiärer Atmosphäre geprägt ist. Außerdem berichtet er – angesichts der Diskussion um Corona-Geläut und -Muezzin-Rufe in Deutschland – vom nicht immer konfliktfreien, aber doch um gegenseitigen Respekt bemühten Zusammenleben der Religionen in Israel und besonders in Jerusalem.

Der Übergang beginnt

Bei Euch – Das Video-Journal der Katholischen Citykirche Wuppertal in Zeiten der Corona-Pandemie #kck42 #beieuch – www.kck42.de/beieuch

Am Abend des 8.4.2020 beginnt das jüdische Pesachfest. Dr. Till Magnus Steiner, in Jerusalem lebender und arbeitender Alttestamentler, erzählt im Gespräch von der Feier des Pessachfestes in Israel in den Zeiten der Corona-Pandemie. Die Ausgangsbeschränkungen sind dort wesentlich intensiver als derzeit in Deutschland – eine besondere Herausforderung für die Feier eines der wichtigsten jüdischen Feste, das sonst von intensiver familiärer Atmosphäre geprägt ist. Außerdem berichtet er – angesichts der Diskussion um Corona-Geläut und -Muezzin-Rufe in Deutschland – vom nicht immer konfliktfreien, aber doch um gegenseitigen Respekt bemühten Zusammenleben der Religionen in Israel und besonders in Jerusalem.

  • Till Magnus Steiner, Befreiung in der Ausgangssperre: Pessach unter Corona-Bedingungen, katholisch.de, 8.4.2020
  • Till Magnus Steiner, Einsame, heilige Tage, Dei Verbum, 7.4.2020
  • Katharina Nowak/Werner Kleine, Die österlichen Tage zu Hause in der Familie, Wuppertal 2020, pdf-Format (24 Seiten – hrsg. von der Katholischen Citykirche Wuppertal) – www.kck42.de/ostern2020
  • Nach der Verlängerung der Abwehrmaßnahmen gegen das Coronavirus muss das Erzbistum Köln leider alle Gottesdienste mit Gemeindebeteiligung über Ostern hinaus aussetzen. Dafür hat das Erzbistum, auch für die Kar- und Ostertage, Gottesdienstübertragungen und Live-Streamings im Internet etabliert. Die Live-Streamings finden Interessierte unter: www.erzbistum-koeln.de/livemesse.
  • Ein Ohr für Dich!
    Die Katholische Kirche in Wuppertal bietet insbesondere Angehörigen von Corona-Erkrankten und denen, die aufgrund der behördlichen Kontaktsperre ihre Lieben in Krankenhäusern und Alten-/Pflegeeinrichtungen nicht mehr besuchen dürfen, unter der Telefonnummer 0202-43045-715 die Möglichkeit zum telefonischen Gespräch. Ab Freitag, 03.04., zwischen 8 und 20 Uhr ist diese Nummer täglich freigeschaltet. Bitte nicht verzagen, falls besetzt.
  • Karfreitag (10.4.2020) – 12 Uhr – Liveinterview mit Dr. Werner Kleine bei stew.one. STEW.ONE ist eine Plattform für Kunst und Kultur in Wuppertal – für eine lebendige Stadt, auch, wenn alle zuhause bleiben. Das Interview wird von David J. Becher live in der Sendung „Dem der Liebe J. sein Morgengruß“ geführt. – www.stew.one
  • Trauermette am Karfreitag (10.4.2020) live aus St. Laurentius in Wuppertal-Elberfeld – 20.30 Uhr – www.kck42.de/facebook

2 Gedanken zu „Bei Euch (Folge 20 – 8.4.2020)“

  1. Was macht uns eigentlich so sicher,dass die Wandlung nur in der analogen Welt stattfindet?Sie wird vollzogen in einer Dimension,die für uns Menschen nicht erfahrbar ist,außerhalb der Raumzeit.Aber sie findet tatsächlich statt und ist nicht nur symbolisch.Also könnte sie auch tatsächlich in der digitalen Welt stattfinden.

    Sich darüber Gedanken zu machen ist aktueller denn je:die erste bemannte Mission zum Mars,die die Aufgabe hat dort Zivilisation zu gründen und nicht mehr zur Erde zurückkommt.Was meinen Sie,muß da ein Priester mit?wenn ja welcher Religion?oder geht es digital?

    1. Lieber Herr Jürgens, Ihre Frage ist gut gestellt. Sie macht deutlich, dass eine einseitige Fokussierung auf den Priester mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Nach römisch-katholischer Lehre besitzt der Priester die vom Bischof durch die Weihe weitergegebene Vollmacht, der Eucharistiefeier vorzustehen und in ihr die repraesentatio in christi capitis wahrzunehmen. Er agiert als als Repräsentant Christi, der das Haupt der Kirche ist. Tatsächlich ist Christus der eigentlich Akteur in der Eucharistiefeier – vertreten gewissermaßen durch einen Bevollmächtigten. Ohne den geht es dann aber nicht – aber auch nicht ohne die Gemeinde, die als Leib Christi ebenfalls Trägerin der Liturgie ist. Was wir gerade erleben ist tatsächlich eine Herausforderung, die m.E. liturgietheologisch zu reflektieren ist: Kann eine Versammlung des Leibes Christi digital stattfinden, wenn eine Eucharistiefeier gestreamt wird? Bleiben die Leute dann von Anfang bis Ende dabei? Kann man von Versammlung sprechen, wenn die einen mal kurz vorbeiklicken, dann aber schnell wieder weg sind? Und: Gehört das Herrenmahl, also die Einverleibung des Leibes Christi in der Kommunion nicht zum zentralen Vollzug der Communio, als der Gemeinschaft des versammelten Leibes Christi? Das wird aber nicht ohne physische Präsenz gehen.
      Zu ihrer weitergehenden Frage: Ja – auf dem Mars müsste dann ein Priester zugegen sein. Man muss aber gar nicht so weit reisen. Es gab diese Situationen schon hier auf der Erde. In Japan etwa haben römisch-katholische Christen über 200 Jahre ohne Priester gelebt, in der jüngeren Vergangenheit gab es orthodoxe Christen in Kasachstan, denen es über Jahrzehnte ähnlich erging. Die Christen haben getauft (was dann geht), gebetet, das Wort-Gottes gelesen und gefeiert – aber keine Eucharistiefeiern zelebriert, weil es eben keine Priester gab. Die Glaubensweitergabe ging lebendig fort. Man fand, als Priester kamen, lebendige Gemeinden vor – die erst jetzt wieder Eucharistie feiern konnten. Auch das wirft Fragen auf – gerade wenn die Kirche lehrt, dass die Eucharistie Quelle, Mitte und Höhepunkt des christlichen Lebens ist. Es gibt aber Christen, die das in Ermangelung von Priestern nicht hatten, die trotzdem einen lebendigen Glauben lebten. Vielleicht stehen wir genau wieder vor dieser Herausforderung, denn in diesen Zeiten sollte die Sakramentalität des Wortes beachtet werden. Das kann man auch digital verkünden – oder, wie es Till Magnus Steiner in seinem Dei-Verbum-Beitrag „Einsame, heilige Tage!“ sagt: „Die katholischen Kirchen sind keine Tempel – aber auch in ihnen gibt es das Allerheiligste und zwei Altäre: den Tisch des Mahles und den Tisch des Wortes. Brot und Wein vermögen es nicht, verschlossene Türen zu durchdringen, aber dem verkündeten Wort Gottes ist dies möglich – sei es von Fenster zu Fenster, durch die Telefone oder das Internet. Auch Jesu Jünger waren nicht an seinem Grab, als er auferstand, sondern ihnen musste die Frohe Botschaft verkündet werden. So beten wir nun: Herr, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund, und lass uns bald wieder zusammenkommen in Deiner Mahlgemeinschaft!“ Dem ist nichts hinzuzufügen! Das Wort Gottes ward eben auch Fleisch (vgl. Johannes 1,14) – ist also Leib Christi. Da müssen wir, denke ich, noch einiges neu erkennen – auch für zukünftigte Mars-Missionen! Ihr Dr. Werner Kleine

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