Lebendigmacher und Anstifter (Glaubensinformation)

Christen verehren den einen Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist. Speziell der Heilige Geist ist der Lebendigmacher, der lebenspendende Atem Gottes. So gesehen ist Gott in allem, was atmet gegenwärtig. Aber nicht nur das: Die Erkenntnis der Gegenwart des Heiligen Geistes ist auch der Grund für die Bildung der Kirche. Der Heilige Geist erweist sich immer wieder als dynamisches Wirkprinzip Gottes.

Gott der Heilige Geist und die Kirche

Christen verehren den einen Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist. Speziell der Heilige Geist ist der Lebendigmacher, der lebenspendende Atem Gottes. So gesehen ist Gott in allem, was atmet gegenwärtig. Nicht ohne Grund heißt es deshalb in Psalm 150: „Alles, was atmet, lobt den Herrn“.

Dieser Gedanke ist für Christen essentiell. Auf der Erkenntnis, dass alles, was atmet, im Heiligen Geist Gottes atmet – unabhängig von religiöser Erkenntnis und konfessionellem Bekenntnis -, beruht der Gedanke der Fein-des- und der Nächstenliebe. Aber auch die biblische Rede, der Mensch sei Tempel Gottes, hat hier ihren Grund, denn Gott ist es, der im Menschen selbst atmet und ihm Leben gibt. Die Gemeinschaft derer schließlich, die das erkennen und sich dazu bekennen, bilden die Kirche. Nicht ohne Grund folgt daher im nicaeno-konstantinopolitanischen Symbolum, dem großen Credo, also dem Glaubensbekenntnis der Kirche, auf das Bekenntnis des Heiligen Geistes als Herr und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, die Definition der Kirche als eins, heilig, katholisch und apostolisch – eine Definition, die nicht nur im ökumenischen Dialog dynamisches Gesprächspotential birgt.

In einem Webinar am 6.5.2020 sprach Dr. Werner Kleine.

2 Gedanken zu „Lebendigmacher und Anstifter (Glaubensinformation)“

    1. Nein, denn Gott ist die Ursache für den Urknall. Bei meinem Gedanken muss man lernen, Ewigkeit zeitlos zu denken, denn Zeit und Raum entstehen ja erst mit dem Urknall (der ja in sich auch eigentlich eine Hypothese ist). Gott aber ist zeitlos. Er ist in jedem Punkt der Zeit gleich gegenwärtig, ändert sich aber nicht. Das ist der Gedanke, der hinter meiner These steckt. Man könnte höchstens die Frage stellen, ob dann nicht auch die Welt immer schon war. Und hier muss man genau hinsehen: Innerweltlich war sie nicht immer. Da gibt es einen Anfang – den Urknall. Aus der Ewigkeitsperspektive, die in sich unveränderlich ist, muss sie aber immer schon existiert haben – sonst wäre Gott ja zeitlich, was er aber nicht ist. Das steckt hinter meinem Gedanken, dass Gott nicht ohne Welt ist. Man muss hier Ewigkeit und Zeit (und Raum) zusammendenken – ein Ansatz, der übrigens schon biblisch ist. Bei Paulus findet man ihn: Das Zeitliche ist vergänglich, das Ewige unvergänglich. Deshalb entsteht Gott nicht mit dem Urknall – das wäre nicht logisch, weil der Urknall dann ohne Ursache wäre. Eher ist aus Sicht Gottes die Welt immer schon da gewesen, weil Gott selbst ja zeitlos ist. Ist also eine Frage der Perspektive – und aus dieser Sicht ist Gott nie ohne Welt gewesen (sonst gäbe es ja in der Ewigkeit ein Vorher und Nachher – also Zeit …). Ist tricky – aber wenn man sich in den Gedanken vertieft, kann man den tieferen Zusammenhang erkennen, der im Übrigen für das Verständnis vieler theol. Aspekte wie den Zeitpunkt der Auferstehung, aber auch das Zusammenwirken von Weltgeschichte und göttlicher Heilsgewissheit in der Offenbarung des Johannes, äußerst bedeutsam ist.

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