Kains Mal – 6.6.2020
Gott ist überall. Und sein Name wird nur allzuoft missbraucht. Weshalb etwa hält der us-amerikanische Präsident eine Bibel für ein Fotoshooting hoch, nachdem er sich den Weg von der Polizei mit Tränengas freischießen ließ? Der Hintergrund liegt im Umgang mit dem Wort Gottes. In einer alten evangelikalen Tradition sah man in der dunklen Hautfarbe von Menschen das Kains-Mal – und damit einen gottgewollten Makel. Angesichts der Proteste, die durch den brutalen Tod George Floyds ausgelöst wurden, darf man diese Geste eines Präsidenten, der nicht zum ersten Mal durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, wohl kaum unterschätzen. Sie zeigt nicht nur, wie banal der Umgang mit dem Wort Gottes wird, wenn man biblizistisch vorgeht; sie wird sogar teuflisch, entpuppt sich der Satan selbst in der Versuchung Jesu doch durchaus als Schriftgelehrter. Auch die Auslegung des Wortes Gottes bedarf des kritischen Diskurses. Vor allem aber muss sei dem Leben dienen. Wenn Gottes Geist Lebensatem gibt, stehen die, die Lebensatem nehmen, immer gegen Gott.
Sakramente im Leben der Kirche III (Glaubensinformation)
Sakramente sind in der römisch-katholischen Kirche Symbole und Symbolhandlungen, in denen biblisch begründet zum Ausdruck kommt, dass Gott den Menschen nahe ist. Es sind Zeichen des Heils. Die römisch-katholische Tradition kennt sieben Sakramente, wobei Ehe und Weihe als Sakramente der Sendung verstanden werden. Sowohl die Eheleute als auch die Geweihten werden in je eigener Weise in die Welt gesandt, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden.
Hinter der Maske ist das wahre Gesicht
Jedes Jahr feiert die Katholische Citykirche Wuppertal am Vorabend des Pfingstfestes in der Basilika St. Laurentius eine Pfingstvigil. Im Jahr 2020 fand sie unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie statt. Masken prägen dabei nicht nur das alltägliche Leben – auch in der Liturgie sind sie immer wieder zu sehen. Dass die Maske darüber hinaus mit einer besondere Liebesgabe Gottes zu tun hat, die in der Antike eigentlich Liebesgeschenke von Göttinnen sind, wirft in diesem speziellen Jahr eine ganz neue Perspektive auf das Pfingstfest. Die Maske, die Per-Sona, das, durch das gesprochen wird, ist dann nicht mehr nur ein antikes symbolisches Sprachspiel zur Beschreibung der drei Personen des einen Gottes. Sie wird auch zum Auftrag der Gegenwart.
Bei Euch (Folge 37 – 29.5.2020)
Gott ist die Liebe. Das ist ein Satz wie eine rosa-süße Soße, die klebt und schwer im Magen liegt. Was ist „Liebe“ eigentlich? Und was heißt es, wenn „Gott die Liebe ist“? Wissen Verkündigerinnen und Verkünder eigentlich, was sie da sagen? Und vor allem: Handeln sie auch nach ihren Worte? Liebe erweist sich nämlich in der Tat. Dann aber ist sie von gewaltiger Macht und Kraft – und zwar in jeder Hinsicht.
Bei Euch (Folge 36 – 22.5.2020)
Krisen durchlaufen verschiedene Phasen. Darin ähneln sie der Trauer. Auf den ersten Schock folgen Verleugnung, Frustration und Wut, ja, sogar Depression. Erst danach kann man den Blick nach vorne wenden. In Trauer und Krisenerfahrungen sind diese Phasen normal. Schwierig hingegen wird es, wenn man in solchen Phasen stecken bleibt. Zu einer mündigen Krisenbewältigung gehört deshalb, irgendwann eine Lösung zu suchen. Dabei wird man nicht vor Versuch und Irrtum gefeit sein.
„Ihr seid ein Tempel Gottes“ (Glaubensinformation)
Christen verehren den einen Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist. Speziell der Heilige Geist ist der Lebendigmacher, der lebenspendende Atem Gottes. So gesehen ist Gott in allem, was atmet gegenwärtig. Nicht ohne Grund heißt es deshalb in Psalm 150: „Alles, was atmet, lobt den Herrn“. Was lehrt das Wort Gottes über Gabe und Aufgabe des Heiligen Geistes?
Bei Euch (Folge 35 – 18.5.2020)
Die gesellschaftlichen Entwicklungen nach gut neun Wochen Corona-Pandemie nehmen bisweilen bizarre Züge an. Da nehmen Demonstranten das Grundrecht der Versammlungsfreiheit wahr, um gegen die vermeintliche Abschaffung von Grundrechten zu demonstrieren. Als wären manche auf Entzug gewesen, bevölkern viele die Straßencafés, in denen man das koffeinhaltige Heißgetränk in vorgeschriebener hygienischer Distanz zum Nachbarn zu sich nehmen kann. Die Situation oszilliert zwischen bizarr und steril. Und gerade darin wird die Corona-Pandemie immer mehr zu einer Herausforderung. Eine Revision, eine Rückschau zeigt, dass Deutschland bisher gut durch die Krise gekommen ist. Sie zeigt aber auch, wo die Herausforderungen der Zukunft liegen. Es geht um nicht weniger als um das Leben.
Leben nach dem Tod
Was kommt nach dem Tod? Der Glaube an die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod bedeutet eine intellektuelle Herausforderung, scheint sie doch der allgemein menschlichen Erfahrung zuerst zu widersprechen. Schon Paulus stellt sich wenige Jahre nach dem Kreuzestod Jesu diesen Fragen und geht erstaunlich rational vor. Dabei weckt der Glaube an die Auferstehung neue Fragen – wie etwa der nach der letzten Gerechtigkeit. So entsteht eine spannende Reise durch die paulinische Briefliteratur.
Bei Euch (Folge 34 – 12.5.2020)
Was geht vor: Eigennutz oder Gemeinwohl? – diese Frage stellt sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie genau dann, wenn Tausende auf die Plätze gehen, um gegen vermeintliche Verschwörungen oder befürchtete Impfpflichten zu demonstrieren. Das „Ich“ steht dann sehr im Vordergrund; man möchte, dass die „eigenen“ Rechte nicht begrenzt werden. Auf der anderen Seite kann der Mensch nur als soziales Wesen existieren. Er muss die eigenen Bedürfnisse immer gegen das Wohl der Gemeinschaft austarieren. Zwischen diesen beiden Polen oszilliert die Politik, die stets neu abwägen und verhältnismäßige Entscheidungen treffen muss.
Bei Euch (Folge 33 – 9.5.2020)
Die Corona-Pandemie wird immer mehr zu einer Zumutung und zu einer Herausforderung an die Werte der Solidarität und der Subsidiarität. So offenbart die Corona-Pandemie offene Flanken einer modernen Gesellschaft, deren Errungenschaften nicht so schnell zerfallen werden, wie manche fürchten … wenigstens dann nicht, wenn die Menschheit die Herausforderung, die sich ihr jetzt stellt, annimmt.